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+355, + 389, + 381 – Anruf-Welle schwappt über uns

Österreich wird von einer neuen Welle von Ping- und Betrugsanrufen überrollt. Experten von AK und RTR schlagen Alarm. Das musst du wissen.
Rene Findenig
22.12.2021, 20:40

"Ping-Anrufe voraussichtlich wieder im Umlauf", meldet die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR). "In den vergangenen Jahren haben wir aufgrund der vielen Beschwerden, die bei uns registriert wurden, die Erfahrung gemacht, dass rund um Weihnachten Betrüger mit Ping-Anrufen ganz besonders aktiv waren. Daher warnen wir schon heute!", sagt Klaus M. Steinmaurer, Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation und Post.

Die Masche der Ping-Anrufe: Betrüger lassen es nur ein einziges Mal läuten und legen sofort wieder auf, Angerufene werden dann dazu verlockt, zurückzurufen – und tappen in die Kostenfalle. "Zu den Weihnachtsfeiertagen telefonieren wir alle viel und rufen bei versäumten Anrufen ohne lange zu überlegen umgehend zurück: "Mit dieser Spontaneität der Angerufenen rechnen die Betrüger, die einen Rückruf zu einer teuren ausländischen Rufnummer provozieren und so abzucashen wollen."

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Um diese Nummer geht's – und darum wird's teuer

"Derzeit registrieren wir zunehmend Beschwerden zu Ping-Anrufen aus Albanien (+355), Mazedonien (+ 389), und Serbien (+ 381)", so Steinmaurer. "Seriöse Anrufer werden es ein- oder mehrmals versuchen, Sie zu erreichen, oder auf Ihrer Mailbox eine Nachricht hinterlassen", gibt Steinmaurer Tipps für Unsichere. Und der Experte erklärt, warum der Rückruf gefährlich wird: Einerseits handelt es sich um teure Auslandsnummern, andererseits wird man per Sprachansagen hingehalten.

"Das Minutenentgelt bewegt sich unseres Wissens nach so um einen Euro. Je länger die Telefonverbindung aufrecht ist, desto höher wird der Betrag, der verrechnet wird", warnt Steinmaurer. "Sollten Sie bei einem Ping-Anruf abheben, wird das Telefonat ohnehin sofort beendet. Aber rufen Sie keinesfalls zurück." Das neue Telekommunikationsgesetz ermögliche es der RTR nun, in bestimmten Fällen Inkassoverbote, Rufnummernsperren oder Tonbandansagen mit Warnhinweisen aufzuerlegen.

Auch "Microsoft-Mitarbeiter" wieder unterwegs

Die Arbeiterkammer (AK) wiederum gibt bekannt, dass auch wieder eine Welle an Betrugsversuchen umgeht, bei denen sich die Kriminellen als "Microsoft-Mitarbeiter" ausgeben. Gemeldet werden erste Fälle aus Kärnten. Betrüger geben sich dabei als "Microsoft-Mitarbeiter" aus und behaupten, dass sich ein Virus auf dem Computer der Betroffenen befinde. Ziel der kriminellen Fake-Support-Mitarbeiter sei es, sensible Daten zu lukrieren und den Zugriff auf den PC von Konsumenten zu bekommen, um Schadsoftware zu installieren.

"Geht man den Betrügern erstmal auf den Leim, müssen die Lösungen für das 'Problem' entweder mit einer Zahlung einer einmaligen Gebühr oder mit einem Abschluss eines Abonnements für einen vermeintlichen Supportservice abgegolten werden", heißt es von der AK. "Ruft ein angeblicher Microsoft-Mitarbeiter an, beenden Sie das Gespräch sofort", so AK-Konsumentenschützerin Angelika Wurzer. "Die angezeigte Rufnummer wird oftmals so gefälscht, dass diese eine gültige Supportnummer eines vertrauenswürdigen Unternehmens anzeigt." Microsoft ruft Anwender bei Problemen aber niemals an.