3.800 PS4-Konsolen schürften illegal Kryptowährungen

Behörden haben bei einer Razzia 3.800 Playstation-Konsolen beschlagnahmt. Kriminelle hatten mit den Spielkonsolen Kryptowährungen gescheffelt.

Die Industriehalle war voll mit Playstation-Konsolen, Grafikkarten und Computern: Die Betreiber der Halle nutzten die Geräte, um Kryptowährung zu erzeugen. Nun wurde die aufwendige Operation in der ukrainischen Stadt Winnyzja, südlich von Kiew, entdeckt. Die Behörden ließen die Kryptofarm auffliegen und beschlagnahmten bei der Razzia 3.800 Playstation-4-Konsolen, 500 Grafikkarten, 50 Prozessoren, Notebooks, Smartphones und Speichermedien, schreibt der Inlandgeheimdienst, Sluschba bespeky Ukrajiny, SBU, auf seiner Website.

Um Kryptowährung zu erzeugen, müssen die Maschinen komplexe Rechenaufgaben lösen. Das braucht Zeit und benötigt große Mengen an Strom – was einen Haufen Geld kostet. Darum zwackten die Betreiber der Kryptofarm den Strom bei der Energiefirma JSC Vinnytsiaoblenerho ab. Damit der Diebstahl nicht aufflog, manipulierten sie die Stromzähler, schreibt der SBU.

Strom abgezwackt

Die Behörden gehen davon aus, dass die Krypto-Anlage pro Monat Strom im Wert zwischen 5 bis 7 Millionen ukrainische Griwna verbraucht hat. Umgerechnet entspricht das rund 150.000 bis 220.000 Euro. Mit den illegalen Aktivitäten könnte das Netz überlastet werden, was zu Stromausfällen führen könnte, warnen die Behörden. Da auch die Halle, wo die Anlage stand, zu JSC Vinnytsiaoblenerho gehört, wird nun untersucht, ob die Firma dabei mitverdiente.

Schon Anfang Juli schloss der SBU in der Ukraine eine andere Mining-Anlage. Auch diese Anlage in der Stadt Nischyn wurde mit gestohlenem Strom betrieben. Die Betreiber der Kryptofarm schlossen die Anlage direkt an ein Umspannwerk an. Darüber wurden laut SBU auch die lokalen Rettungsdienste und andere wichtige Einrichtungen in der Stadt mit Energie versorgt. In zwei Monaten wurde laut den Strafverfolgungsbehörden Strom in einem Wert von umgerechnet über 100.000 Euro verbraucht.

Schon im Juni flog eine andere Anlage auf. Hier beschlagnahmten die Behörden 350 Mining-Geräte. Auch bei der Anlage in der Millionenstadt Dnipro wurde der Strom geklaut. Laut einer Mitteilung der SBU betrug hier der Schaden umgerechnet rund 60.000 Euro.

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