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387 Bewerbungen, kein Job: Flüchtling gründet Firma

2015 flüchtete Abdolreza aus dem Iran nach Österreich. 387 Bewerbungen schrieb der IT-Fachmann – ohne Erfolg. Nun leitet er sein eigenes Start-Up.

Amra Duric
Nach Hunderten von Bewerbungen und Absagen gründete Abdolreza Ghaemi nun seine eigene IT-Firma.
Nach Hunderten von Bewerbungen und Absagen gründete Abdolreza Ghaemi nun seine eigene IT-Firma.
iStock/Studio F6 "Heute"-Montage

Jahrelang war Abdolreza Ghaemi auf der Suche nach einer Festanstellung. Der 38-Jährige flüchtete 2015 aus dem Iran nach Österreich. "Ich war drei Jahre lang in einem Flüchtlingsheim in Kärnten und habe dort IT-Kurse gegeben", erzählt der Iraner im Gespräch mit "Heute".

"Es gibt viele gute IT-Fachkräfte, die es schwer haben, einen Job zu finden, da sie wegen Migrationshintergrund und damit verbundenen sprachlichen Barrieren durch die oft automatisierten Bewerbungsprozesse fallen."

2018 erhielt Ghaemi schließlich seine Rot-Weiß-Rot-Karte und zog nach Wien. "Ich habe mich bei etlichen Firmen im IT-Bereich beworben. Insgesamt habe ich 387 Bewerbungen abgeschickt, aber keinen Job bekommen. Das war sehr frustrierend", berichtet der 38-Jährige.

ReDev-CEO Abdolreza Ghaemi mit seinem Co-Gründer Reza Jafarpour.
ReDev-CEO Abdolreza Ghaemi mit seinem Co-Gründer Reza Jafarpour.
Studio F6

Match mit Migrationshintergrund

Ghaemi begann kleine Programmierjobs anzunehmen. Nebenbei kreierte er eine KI-basierte Plattform, die IT-Fachkräfte mit Unternehmen, mit einer Genauigkeit ab 93 Prozent, matcht. Im Oktober war Ghaemis Start-Up "ReDev" geboren. "Es gibt viele gute IT-Fachkräfte, die es schwer haben, einen Job zu finden, da sie wegen Migrationshintergrund und damit verbundenen sprachlichen Barrieren durch die oft automatisierten Bewerbungsprozesse fallen. Mit ReDev wollen wir genau dieser Problematik entgegenwirken. Denn wir bieten Unternehmen die besten vorhandenen Matches auf genau ihre Ausschreibung an, die wir durch relevante Fragen an den Arbeitgeber akribisch ermitteln", erklärt Ghaemi.

Stellen bereits besetzt

Bisher haben sich bereits über 2.200 IT-Fachkräfte bei der österreichischen Plattform angemeldet. Anfang Oktober konnte ReDev eine Finanzierung im sechsstelligen Bereich abschließen und Gesellschafter mit ins Boot holen. Auch seitens der Unternehmen gibt es Interesse an der Plattform. "Bereits 67 Unternehmen haben sich für die Leistungen von ReDev angemeldet. In Österreich und Deutschland wurden bereits Stellen besetzt", freut sich der Gründer.

In Österreich fehlen laut der WKÖ 24.000 IT-Fachkräfte. Bis 2025 werden es laut Schätzungen der Wirtschaftskammer 30.000 sein. Eine Modellrechnung des Österreichischen Infrastrukturreports 2023 zeigt: Mit dem Ausbau von IT-Infrastrukturen wäre ein Produktivitätswachstum von rund 61 Milliarden Euro möglich.

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