4,5 Millionen Besucher bei imperialen Attraktionen

Bild: Lois Lammerhuber

Die Schloß Schönbrunn Gesellschaft, kurz SKB, verzeichnete im Vorjahr ein Besucherplus von 7 Prozent und einen wirtschaftlichen Erfolg mit einem Umsatz von 52,2 Millionen Euro nach 43,8 Millionen Euro im Jahr davor. Der positive Trend geht auch im ersten Halbjahr 2016 weiter.

Insgesamt war das Jahr 2015 für die SKB sehr erfolgreich: Alle Attraktionen der SKB (von Schloß Schönbrunn über Sisi Museum in der Hofburg bis Schloß Hof in NÖ) konnten mit mehr als 4,5 Millionen Gästen eine Besucherzunahme von rund sieben Prozent verzeichnen. Allein das Schloß Schönbrunn registrierte 2015  3,6 Millionen Eintritte und damit ein Plus von rund acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Dieser erneute Zuwachs an Besuchern und der damit verbundene wirtschaftliche Erfolg bilden ein wichtiges Fundament für kommende bauliche Maßnahmen und Restaurierungen", erklärt Franz Sattlecker, Geschäftsführer der SKB, bei der Bilanz-Pressekonferenz am Dienstag.

Auch ohne Berücksichtigung von Mehrfacheintritten der Besucher – also rein nach Köpfen gezählt – konnte das Schloß Schönbrunn eine Zunahme von rund sieben Prozent auf rund 2,36 Millionen verbuchen.

Mit den Kaiserappartements, dem Sisi Museum und der Silberkammer in der Hofburg zeigte ein weiteres Angebot der SKB eine erfreuliche Entwicklung, im abgelaufenen Jahr besuchten 710.000 Besucher die Ausstellungen, rund sechs Prozent mehr als im Jahr davor. "Der neue Eingangsbereich in der Hofburg wurde sehr gut angenommen. In den Monaten nach der Eröffnung des neuen Zugangs konnten wir hier eine deutliche Steigerung der Besucherzahlen verzeichnen", freut sich Sattlecker.

Leichtes Minus für Hofmobiliendepot und Marchfeldschlösser: Leichte Besucherrückgänge im Vergleich zu 2014 gab es dagegen im Hofmobiliendepot • Möbel Museum Wien sowie in Schloss Hof und Schloss Niederweiden. Bei den Marchfeldschlössern (177.000 Besucher / minus 5 %) zeigt sich ein Zusammenhang mit den sehr heißen Sommermonaten, in welchen weniger Eintritte als 2014 verzeichnet wurden. Rund 52.000 Besucher kamen ins Hofmobiliendepot – rund 4% weniger als 2014.

Schönbrunn trägt sich selbst

Die SKB erzielte im Geschäftsjahr 2015 Erlöse in Höhe von 50 Millionen Euro. Davon stammt mehr als die Hälfte aus Ticketverkäufen, je rund ein Viertel aus Shopeinnahmen sowie aus Vermietungen und Verpachtungen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) belief sich im Jahr 2015 auf 5 Millionen Euro. Seit der Ausgliederung der Kulturdenkmäler aus der Staatsverwaltung werden alle Mittel zu deren Erhaltung durch die SKB selbst erwirtschaftet. "Rund 208 Millionen Euro sind bisher (1993 bis 2015) insgesamt in Bau- und Investitionsvorhaben geflossen, 2015 waren es allein 8,3 Millionen Euro", erklärt Alexander Keil, stellvertretender Direktor der SKB. "Außerdem fielen im Jahr 2015 insgesamt 8,4 Millionen Euro an Steuern sowie Zahlungen für Fruchtgenuss und Pacht an."

Neue Marketing-Linie für Schloss Hof

Für die SKB zeichnet sich auch für das laufende Jahr eine sehr positive Entwicklung ab. In ersten Halbjahr 2016 bilanziert das Schloß Schönbrunn mit einem Besucherzuwachs von 1 % gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr. Auch in die Hofburg kamen heuer schon rund 3 % mehr Besucher, während das Hofmobiliendepot bisher einen Rückgang um 12 % verzeichnet. Besonders erfreulich ist der merkliche Zuwachs bei den Marchfeldschlössern – hier gibt es ein Besucherplus von 40 %.

Die gestiegenen Besucherzahlen in Schloss Hof unterstreichen die Wirkung des ausgebauten Angebots: Seit Frühjahr gibt es hier zwei neue Erlebnispfade für alle Altersgruppen - eine neue Marketinglinie spricht außerdem gezielt heimische Zielgruppen an. Auch die derzeit laufende Franz-Joseph-Sonderausstellung zum Thema Jagd und Freizeit im Schloss Niederweiden stößt auf reges Interesse.

Kaiserjahr 2016

Das heurige Jahr steht ganz im Zeichen des 100. Todestages von Kaiser Franz Joseph am 21. November 1916. Seit 16. März setzt sich eine Sonderausstellung an vier Standorten durchaus kritisch mit der Person des Kaisers auseinander. Neben dem Blick auf Franz Josephs Rolle als Herrscher und Repräsentant in Ausstellungen im Schloß Schönbrunn und in der Kaiserlichen Wagenburg bietet sich auch Gelegenheit, bisher eher unbekannte Seiten des Kaisers kennenzulernen. So widmet sich das Hofmobiliendepot • Möbel Museum Wien dem Gegensatz zwischen Franz Josephs bescheidenen persönlichen Wohnansprüchen und dem ihm auferlegten prunkvollen Lebensstil. Das Schloss Niederweiden im Marchfeld zeigt den Privatmensch Franz Joseph mit großer Liebe zum Reiten und zur Jagd.

Bauprojekte, Restaurierungen und Erweiterungen

Im vergangenen Jahr und in der ersten Jahreshälfte 2016 wurden bereits einige Großprojekte fertiggestellt. Im Zentrum standen dabei der Abschluss der Neugestaltung des Hofburg-Eingangsbereichs, die Restaurierung des gemeinsamen Schlafzimmers in Schloß Schönbrunn sowie die Errichtung von Erlebnispfaden in Schloss Hof. Aktuell wird unter anderem die Fassade der 1775 errichteten Gloriette generalsaniert – mit merklichen Besuchereinschränkungen ist hier aber nicht zu rechnen. In einem weiteren Großprojekt, der Umgestaltung des Vorfelds in der Schönbrunner Schlossstraße, arbeitet Schönbrunn derzeit mit der Stadt an einer Detailoptimierung der Pläne – frühester Baustart ist 2017. Besonders aufwändig gestalten sich die Sanierungsarbeiten bei Schloss Hof: Zwei Großprojekte, der Kaskadenbrunnen und die 7. Terrasse, starten im Juli – die Baukosten liegen hier bei rund 8,5 Millionen Euro.

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