Ein zu zehn Jahren Haft verurteilter Drogendealer war am 5. Juli zur Berufungsverhandlung am Oberlandesgericht Linz geladen worden. Zu diesem Zweck war der Mann davor nach Linz gebracht worden, verbrachte dort eine Nacht in der Justizanstalt Linz und kam mit einem violett-blauen Andenken aus der Stahlstadt zurück am "Felsen".
In der Justizanstalt Linz soll es zwischen dem hünenhaften Häftling und vier Justizwachebeamten nämlich zu "Meinungsverschiedenheiten" gekommen sein. Tscheschenen hätten untereinander gestritten, der Stein-Häftling mischte sich nicht ein. Ein Beamter habe gefragt, warum er denn so blöd schaue, auf die Antwort: "Das heißt Herr nicht Heast", soll ein Justizwachebeamter gesagt haben: "Solche wie Dich habe ich schon gerne". Der Insasse bekam Handschellen und wurde in der Folge separiert.
Dann soll das Beamten-Quartett auf den fixierten und somit wehrlosen Stein-Insassen eingeschlagen haben. Der Häftling erlitt Hämatome an beiden Augen und eine angeknackste Nase. Nur: Das Brillenhämatom entwickelte sich vor allem am linken Auge extrem, wurde in der Folge sogar hühnereiergroß.
Die Anwältin des Häftlings, Astrid Wagner, erstatte Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Linz (für die Beamten gilt die Unschuldsvermutung). "Der Fall muss lückenlos geklärt werden. So etwas darf nicht sein", so die renommierte Rechtsanwältin. Der verletzte Gefangene musste nach seiner Rückkehr noch ins Landeskrankenhaus Krems.
Eine Anfrage an das Justizministerium zum besagten Fall wurde am Dienstag gestellt. Jetzt liegt der Fall bei der Linzer Staatsanwaltschaft, ob ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes der Körperverletzung eingeleitet wird oder nicht.