4 Monate bedingte Haft durch ein Fußballspiel

Ein überharter Einstieg hatte jetzt für Axel K. (16) strafrechtliche Folgen am Kremser Gericht: Der U17-Kicker des FC Rohrendorf (Krems) fasste eine bedingte Haftstrafe für einen Ellbogen-Check aus.


Eine ruppig geführte U17-Partie im April 2013 ging jetzt am Kremser Landesgericht in die "Verlängerung". Lars I. (16, alle Namen geändert) vom USC Kirchberg/ Wagram hatte bei einem Gerangel im Strafraum plötzlich den Ellbogen des Gegners ins Gesicht bekommen. Blutüberströmt ging der Gefoulte zu Boden – der Notarzthubschrauber musste ihn ins Spital fliegen.

Die Diagnose: Rissquetschwunden, Prellungen im Gesicht und ein lockerer Zahn. Beim Prozess in Krems beteuerte der angeklagte Axel K.: "Es war keine Absicht!" Der Schiedsrichter sprach von einem foulbetonten Spiel mit vielen gelben und roten Karten. Die Insultierung hatte er laut "NÖN" allerdings nicht beobachtet. Der Richter verdonnerte den 16-jährigen Foulspieler zu vier Monaten bedingter Haft und 500 Euro Geldstrafe.

Beim FC Rohrendorf zeigte man sich danach erschüttert: "Wenn dieses Urteil Schule macht, ist das kein gutes Zeichen für den Sport", so die Vereinsleitung zu "Heute". Der Anwalt von Axel K., Josef Cudlin, meldete sofort Berufung an: "Es handelt sich um eine Sportverletzung." Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.

Miriam Krammer
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