Die Wiener haben genug von der Gluthitze mit Temperaturen von über 40 Grad in der Stadt. Nun gab es den ersten Protest gegen Hitze. Dienstagabend (4.8.) versammelten sich 700 Menschen zur ersten Demo gegen die extreme Hitzewelle vor dem Parlament. Die Teilnehmer folgten einem Aufruf von Fridays For Future, um den Hitzeopfern zu gedenken und gegen die Klimapolitik der Bundesregierung zu protestieren.
"Die Meldungen zu Hitzeopfern überschlagen sich, die Landwirtschaft ist über ihrem Limit, Brände brechen auch in Österreich aus, erstmals werden 41 Grad in Österreich gemessen. Wir befinden uns in einer Notlage. Nichts davon ist normal. Nichts davon müsste so sein. Doch die politische Antwort bleibt aus", empört sich Veronika Müller von Fridays For Future.
Die Klimabewegung kritisiert insbesondere Bundeskanzler Christian Stocker und Klimaminister Norbert Totschnig (VP). Während Stocker sich in den vergangenen Tagen nicht zu umfassenden Schutzmaßnahmen geäußert habe, habe auch Totschnig die aktuelle Notlage nicht klar benannt, meint Fridays For Future.
Die Bewegung fordert von der Bundesregierung ein umfassendes Klimagesetz, eine rasche Gebäudesanierung zum Schutz vor überhitzten Wohnungen, ein starkes Engagement für den europäischen Klimaschutz sowie ausreichend Ressourcen für Hitzeschutzmaßnahmen.
"Wie viele Menschen müssen noch an der Hitze sterben, bevor gehandelt wird? Wer weiter bremst, trägt Verantwortung. Denn Klimapolitik kann Leben schützen. Und genau deswegen braucht es jetzt sofort Maßnahmen!", so Sprecherin Emma Reynolds.
Bei der Kundgebung kamen laut den Veranstaltern besonders von der Hitze betroffene Menschen zu Wort, darunter ein Pensionist, ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr sowie junge Menschen aus den von Bränden betroffenen Regionen Italiens. In einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmer jener Menschen, die ihr Leben durch die Hitze verloren haben.