44 Prozent wollen keine Verkäuferin mit Kopftuch

Fast die Hälfte der Österreicher lehnt Verkäuferinnen mit Kopftuch ab.
Fast die Hälfte der Österreicher lehnt Verkäuferinnen mit Kopftuch ab.Bild: Fotolia
Auch wenn sich Österreicher selbst gerne als tolerant bezeichnen, ist die Intoleranz leicht gewachsen. Etwa gegenüber Muslimen. Das zeigt eine aktuelle Studie.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat neulich von einer "um sich greifenden Islamophobie" gesprochen. In einer Studie des Mauthausen Komitees ist zwar nicht die Islamophobie per se, jedoch die Toleranz der Österreicher untersucht worden. Die Ergebnisse geben auch Rückschlüsse auf die Einstellung gegenüber Muslimen.

44 Prozent der Befragten gaben an, dass es sie stört, wenn die Verkäuferin in einem Lokal ein Kopftuch trägt. 2015 waren es 42 Prozent gewesen.

Moschee in der Nachbarschaft für viele Grund zur Sorge

Drei von vier Landsleuten (71 Prozent) stört es, wenn in der Nachbarschaft eine Moschee gebaut wird, 2015 waren es nur 64 Prozent gewesen. 41 Prozent der Befragten lehnen einen Bau komplett ab.

Bei anderen Religionen haben die Österreicher offenkundig weniger Bauchweh. Denn nur 44 Prozent der Österreicher fühlen sich gestört, wenn ein buddhistisches Zentrum aus dem Boden gestampft wird. Nur jeder Fünfte lehnt dieses komplett ab.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Intoleranz sogar im OP-Saal

Sogar wenn es um Leben und Tod geht, können manche Befragte nicht über ihren Schatten springen. Während 2015 noch 78 Prozent kein Problem hatten, wenn der operierende Arzt im Spital aus der Türkei stammt, sind es jetzt nur mehr 73 Prozent, die daran keinen Anstoß nehmen.

Was definiert einen Österreicher?

Erstmals wurden die Teilnehmer der Umfrage auch danach befragt, was einen Österreicher definiert. Auf Platz eins liegt die Heimatverbundenheit (85 Prozent), noch vor dem Beherrschen der deutschen Sprache (79 Prozent) und dem Besitz der Staatsbürgerschaft (75 Prozent). Auch die aktive Teilnahme am politischen Geschehen (70 Prozent) wird für wichtig erachtet.

Die Österreicher schätzen sich kurioserweise selbst als tolerant ein, stufen aber die Mehrheit der Österreicher als intolerant ein.

"Der Stolz Österreicher oder Österreicherin zu sein zieht sich, unabhängig davon ob ein Migrationshintergrund vorhanden ist oder nicht, durch alle Schichten, Altersgruppen und Geschlechter. Das lässt uns Hoffnung schöpfen, dass die Gemeinsamkeiten überwiegen und eine gemeinsame Zukunft, für alle Religionen und Menschen unterschiedlicher Ethnien, in Österreich möglich ist", sagt Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitee Österreich.

(aj)

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