In der oberösterreichischen KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist es erneut zu einer Neonazi-Schmieraktion gekommen. Unter anderem sei an einer Mauer der Spruch "Türkenrass ab ins Gas" zu sehen. Weiters wurde ein türkisches Kindergrab am Friedhof in Mauthausen mit einem Hakenkreuz beschmiert.
In der oberösterreichischen KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist es erneut zu einer Neonazi-Schmieraktion gekommen. Unter anderem sei an einer Mauer der Spruch "Türkenrass ab ins Gas" zu sehen. Weiters wurde ein türkisches Kindergrab am Friedhof in Mauthausen mit einem Hakenkreuz beschmiert.
Ein Zusammenhang mit der Neonazi-Schmieraktion in der KZ-Gedenkstätte, die am Samstag bekannt wurde, sei möglich, wie die Pressestelle der Polizei Oberösterreich am Sonntag mitteilte. Das Innenministeriumhat für Hinweise, die zur Klärung der Straftat führen, eine Belohnung von 5.000 Euro ausgelobt. "Hasstiraden und Ausländerfeindlichkeit haben in Österreich nichts zu suchen", betonte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. "Wir gehen daher mit Nachdruck gegen jegliche rassistischen und neonazistischen Tendenzen vor. Die Ausforschung der Täter hat für uns Priorität."
Ein Spaziergänger hatte den Vorfall am Friedhof Samstagnachmittag bemerkt und angezeigt. Die Schmiererei sei mit schwarzem Lack durchgeführt worden, so die Ermittler. Auch in der KZ-Gedenkstätte, in der am Sonntag die Befreiungsfeier unter dem Motto "Wert des Lebens" stattfand, war schwarzer Lackspray verwendet worden. Von dem oder den Tätern fehlte auch am Sonntag noch jede Spur.
"Türkenrass ab ins Gas"
Die Schmierereien in der Gedenkstätte Mauthausen sind auf einer Länge von 20 und einer Höhe von zwei Metern auf der Mauer aufgebracht worden. Neben "Türkenrass ab ins Gas" sind ein Hakenkreuz und "Sieg heil" zu sehen. Die Polizei ermittelt wegen des Verstoßes gegen das NS-Verbotsgesetz. Bereits vor fünf Jahren kam es zu ähnlichen Schmierereien an der Mauer des ehemaligen KZs.
"Beschmierungen sind erschütternd"
Empört zeigte sich der Vorsitzende des Mauthausen Komitees, Willi Mernyi. Die Schändung der KZ-Gedenkstätte sei ein trauriger, weiterer Beweis für eine aktive rechtsextreme Szene, die trotz intensiver Polizeiüberwachen im Herzen der KZ-Gedenkstätte zugeschlagen hat.
Auch Jessica Müller, Vorsitzende des Verband Sozialistischer Student_innen ist schockiert: "Es ist erschütternd, dass Rechtsextreme neuerlich die Gedenkstätte Mauthausen mit rechten, rassistischen Parolen beschmiert haben". Solche Verbrechen dürfen auf keinen Fall heruntergespielt oder verharmlost werden.