Familie H. aus Niederösterreich wurde am Donnerstag der Strom abgedreht, zahlte die offene Forderung sofort, musste dennoch übers Wochenende frieren. "Die Fische sind tot, den Reptilien geht's schlecht", so Christine H. (39)
Frostiges Wochenende für Familie H. aus dem südlichen Niederösterreich. "Wir haben 15 Grad, alle Tiefkühlprodukte sind hin, die Fische sind tot, die Reptilien 'Einstein' und 'Lanzelot' in einem sehr kritischen Zustand und die beiden Hunde 'Apollo' und 'Ares' frieren", sagt Christine H.
Am Donnerstag wurde der 39-Jährigen wegen Zahlungsverzuges der Strom abgedreht. Per Bareinzahlung beglich die Angestellte den offenen Betrag (620 Euro, 600 Euro Sicherheit, 30 Euro fürs Abdrehen – also in Summe 1.250 Euro) sofort, flehte die EVN an, dass der Strom am Freitag aufgedreht wird. "Es hieß nur, die Techniker gehen Freitagmittag und Ferien sind auch", so die Betroffene.
Notstromaggregat
Die Frau kaufte um knapp 300 Euro ein Notstromaggregat. "Klar bin ich selbst Schuld. Es wurde nicht abgebucht, weil das Konto damals nicht gedeckt war, das habe ich übersehen – wir sind beide berufstätig, ich pendle täglich, mein Fehler. Aber, dass man nach sofortigem Begleichen der Schuld fünf Tage ohne Strom bleibt, ist nicht in Ordnung. Ich habe sogar vorgeschlagen, den Notfalltechniker extra zu bezahlen, wurde aber abgeschasselt. Man ist diesem Monopol dann ausgeliefert. Dass da Tierleben am Spiel stehen, ist offenbar egal. Ich habe einen Schaden von rund 1.500 Euro (Anm.: Tiefkühlprodukte aus großer Truhe, Lebensmittel aus Kühlschrank sind kaputt, Aggregat gekauft, Wärmelampen für Reptilien) Zudem wurde ich recht unfreundlich behandelt", so die 39-Jährige. Die 39-Jährige vermutet, dass der Strom zu Recht abgedreht wurde, kann sich den Rückstand jedoch nicht ganz erklären: "Im Dezember wurde laut meinen Aufzeichnungen und Kontoauszügen das letzte Mal abgebucht."
Stefan Zach von der EVN vermutet eine längere Vorgeschichte in diesem Fall: "Den Fall werde ich mir ganz genau ansehen. Wir schalten normalerweise nur in Extremfällen ab (Anm.: nicht an Freitagen und vor Feiertagen). Der Abschaltung geht immer ein mehrstufiges Mahnverfahren voraus. In den meisten Fällen kann eine Abschaltung durch Ratenvereinbarungen vermieden werden. Da sind wir sehr flexibel. Wenn wir hier einen Fehler gemacht haben, werden wir uns selbstverständlich entschuldigen und versuchen, ihn wieder gut zu machen."
Übrigens: Am Montag kurz nach 8.30 Uhr wurde der Strom wieder aufgedreht.