Der Angeklagte (50) besuchte seine Ehefrau mehrmals täglich am Arbeitsplatz. Sein Interesse galt dabei dem Bargeld in der Kasse. Laut Staatsanwältin Birgit Kirchler soll er im Laufe der Zeit mehr als 50.000 Euro aus der Trafik entwendet haben.
Der Elektriker (Monatseinkommen: 3000 Euro netto) hatte stets abgewartet, bis seine Frau auf der Toilette war und dann bei den Besuchen in der Trafik jeweils 150 bis 500 Euro eingesteckt. Motiv für die Taten war die Sperre seines Bankkontos wegen Überziehung: Ich hatte kein Geld mehr. Seine Gattin will davon nichts bemerkt haben. Sie wunderte sich bloß: Jetzt passt die Kasse schon wieder nicht.
Am Gericht in Korneuburg gab der 50-Jährige die Diebstähle zu, bestritt aber deren Höhe. Der Schadensbetrag war im Endeffekt nicht genau festzustellen. Urteil: zehn Monate bedingt - nicht rechtskräftig.
Die Ehefrau (sie begleitete den Angeklagten zum Prozess) arbeitet jetzt in einem Sonnenstudio. Ob ihr Mann sie dort auch besucht, war kein Thema im Gerichtssaal.