50.000 Tabletten am Flughafen Wien entdeckt

Einen Medikamentenschmuggel im großen Stil haben die Zollbeamten am Flughafen Wien vereitelt. Zwei Männer aus Indien führten 50.000 Schmerztabletten mit sich.
Einen Medikamentenschmuggel im großen Stil haben die Zollbeamten am Wochenende am Flughafen Wien vereitelt. Zwei Männer aus Indien führten 50.000 Schmerztabletten mit sich.

Die Verdächtige - sie sind Mitte 30 und Mitte 60 - reisten über die Route Delhi-Amman-Rom nach Wien. In Schwechat wollten sie sich an der Zollkontrolle vorbeischwindeln. Die Beamten wurden auf das Duo aufmerksam und baten zur Kontrolle. An dieser beteiligte sich auch Vierbeiner-Spürnase "Boykee".

25.000 Tabletten pro Mann und Nase kamen zum Vorschein. Laut Finanzministerium handelt es sich um den zweitgrößten Medikamenten-Fund am Flughafen Wien. Die Medikamente wurden sofort beschlagnahmt. Die Inder sind des Schmuggels und eines Verstoßes gegen ds Arzneiwareneinfuhrgesetzt verdächtig.

In Österreich nicht erhältlich

Ein Schnelltest zeigte, dass die Arzneiwaren den Wirkstoff Paracetamol enthalten, was eine Einführgenehmigung des Gesundheitsministeriums voraussetzt, die aber nur zum Vertrieb berechtigte Apotheken und Unternehmen erhalten. Konkret handelt es sich um das Schmerzmittel "Spasmo-Proxyvon Plus", das eine narkotisierende und krampflösende Wirkung hat und hierzulande nicht erhältlich ist.

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) sagte, dass man an diesem Fall sehe, "wie wichtig die Arbeit der Finanzverwaltung ist". Illegale Medikamente "stellen eine tatsächliche Bedrohung für die Gesundheit und Sicherheit der Menschen dar, es ist gut und wichtig, dass die Behörden hier eingreifen und die vorhandenen Maßnahmen Wirkung zeigen", betonte der Ressortchef.

 
Arzneiwaren sind laut Finanzministerium nicht nur die in heimischen Apotheken erhältlichen Medikamente, sondern auch pflanzliche Zubereitungen auf der Grundlage eines Wirkstoffs oder mehrerer Wirkstoffe, die aus einer Pflanze oder Teilen von Pflanzen durch Trocknen, Mahlen, Extraktion oder Reinigung hergestellt wurden, außerdem homöopathische Arzneizubereitungen sowie Nahrungsergänzungsmittel, mit denen man sich Vitamine und Spurenelemente zuführen will. Oft enthalten diese eine mindestens dreimal höhere Menge an Vitaminen oder Mineralstoffen als die empfohlene Tagesdosis.

Bei nicht offiziell zugelassenen Medikamenten verstoßen Konsumenten nicht nur gegen das Arzneiwareneinfuhrgesetz, sondern gehen auch Risiken ein, betonte das Finanzministerium. Sie können sich unter anderem über die App des Zolls, über Broschüren und im Internet über die Gefahren sowie über die Einfuhrbestimmungen informieren.

 
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