50 Jahre Mondlandung im Technischen Museum Wien

Am 21. Juli 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Anlässlich des 50. Jubiläums zeigt das Technische Museum eine Sonderschau, Mondsplitter inklusive.
Im Juli 1969 jährt sich die Mondlandung der Apollo 11-Mission zum 50. Mal. Als am 21. Juli 1969 exakt um 3 Uhr 51 (MEZ) Neil Armstrong begann, die Leiter der Mondlandfähre "Adler" herabzuklettern, fieberten fast 20 Prozent der Menschheit mit ihm mit. Fünf Minuten später setzte er seinen Fuß auf die Mondoberfläche und sprach den mittlerweile legendär geworden Satz: "That's one small step for man, one giant leap for mankind" (zu deutsch: Ein kleiner Schritt für den Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit, Anm). 750 Millionen Fernsehzuschauer weltweit waren live dabei, als Weltgeschichte geschrieben wurde.

Das Technische Museum Wien widmet dem "größten Abenteuer der Menschheit" die Sonderausstellung "High Moon". Anhand des Lunar Landers, der Apollo-Kommandokapsel, des Mondanzugs und des originalen Mondgesteins, welches die Astronauten der Apollo 11 bei ihrer Mission zur Erde mitbrachten, wird der Wettlauf zum Erdtrabanten und das Abenteuer der Mondlandung für die Museumsbesucher anschaulich dargestellt. Der Themenkomplex "Frauen und NASA" sowie ein Ausblick auf die Pläne zum Bau einer internationalen Mondstation runden die Schau ab.

Zeitreise zum Weltraum-Rennen der Jahre 1955–1975

Die Mission von Apollo 11 war der Höhepunkt des "Space Race" zwischen den USA und der UdSSR, das im Jahr 1955 begann, als beide Staaten ankündigten, anlässlich des internationalen "geophysikalischen Jahres" 1957/58 einen ersten Satelliten ins Weltall zu schießen. Und es endete im Juli 1975 mit der Apollo-Sojus-Mission, bei der erstmals zwei Raumfahrzeuge dieser beiden Staaten in der Erdumlaufbahn koppelten und so das Zeitalter internationaler Kooperation in der bemannten Raumfahrt einläutete.

CommentCreated with Sketch.2 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Tatsächlich begann das Weltraum-Rennen aber schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg: Es war ein Wettlauf um die besten Raketentechniker des Dritten Reiches. Wernher von Braun und sein Team hatten im Zweiten Weltkrieg die V2-Rakete entwickelt. Es war die erste funktionstüchtige Rakete, mit der der Weltraum erreicht werden konnte.

Der Sputnik-Schock der 1960er

Vom Beginn des "Space Race" bis 1964/65 hatte die UdSSR im Bereich der Weltraumtechnik eindeutig die Nase vorn: Die westliche Welt war schockiert, als es der UdSSR tatsächlich vor den USA gelang, im Oktober 1957 mit "Sputnik 1" einen künstlichen Satelliten in die Erdumlaufbahn zu schießen. Der "Sputnik Schock" erfasste die USA. Die Angst davor, einem Feind schutzlos ausgeliefert zu sein, trieb die USA an, möglichst rasch mit der UdSSR gleichzuziehen.

Ein Fehlschlag folgte dem anderen, erst vier Monate nach der UdSSR konnten auch die USA erfolgreich einen Satelliten ins All starten. Noch weitaus größer aber war der Schock, als Juri Gagarin am 12. April 1961 als erster Mensch ins All starte und nach einer Erdumrundung wieder sicher in der kasachischen Steppe landete.

Das Wettrennen zum Mond

Die USA brauchten dringend einen Erfolg, der das Land einigte. In einer Rede im Kongress am 25. Mai 1962 stellte Präsident John F. Kennedy sein Mondprogramm erstmals der Öffentlichkeit vor und gab das Ziel vor, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond und sicher wieder auf die Erde zurückzubringen.

1962 wurde das Apollo-Programm gestartet. Am Höhepunkt arbeiten 400.000 Menschen an diesem Projekt. Das Programm kostete – nach heutigem Wert umgerechnet 37 Mrd. Euro.

Grund für die hohen Kosten war die notwendige Neuentwicklung der Rakete, des Mondanzugs, der Mondlandefähre oder des Kommandoteils.

Der Mondanzug war ein eigenes kleines Miniraumschiff, der den Astronauten auf dem Mond sowohl vor der Sonnenhitze von 100 Grad Celsius als auch vor Temperaturen von minus 150 Grad schützen musste. Im Rucksack waren die Lebenserhaltungssysteme, aber etwa auch die Batterien für den Funk untergebracht, der Helm hatte ein goldenes Visier, das vor der Sonne schützte, und die Außenhaut war so konzipiert, dass auch kleinere Meteoriten (rund 1 cm Durchmesser) den Anzug nicht durchschlagen konnten.

Saturn-Rakete bis heute die stärkeste der Geschichte

Die Saturn-V-Rakete ist bis heute die stärkste Rakete, die je gebaut wurde und die einzige, die Menschen aus der Erdumlaufbahn hinaustransportiert hat. Sie ist eine Rakete der Superlative: Sie war 110 Meter hoch und wog vollgetankt fast 3.000 Tonnen. Ein einziger Start kostete rund 1 Mrd. Euro.

Die erste Stufe verbrannte in nicht einmal drei Minuten fast 2.200 Tonnen Treibstoff – fast drei Viertel ihres Startgewichts war zu diesem Zeitpunkt schon verbrannt! Dabei war sie nur auf eine Höhe von 67 km gestiegen, aber hatte immerhin schon eine Geschwindigkeit von 2,7 Kilometer pro Sekunde. Insgesamt brannten alle drei Stufen nur 20 Minuten. Damit konnten 45 Tonnen (oder 1,5 % der Startmasse) auf die notwendige Fluchtgeschwindigkeit von 10,8 km/s beschleunigt werden. Am Ende der Mission kehrte nur die Kommandokapsel mit dem Gewicht von 5,9 Tonnen auf die Erde zurück: 0,2 % des ursprünglichen Startgewichts.

Reise zum Mond dauerte 76 Stunden

Der Start der Saturn-V-Rakete fand am 16. Juli um 13:32 Uhr Ortszeit statt. Der gesamte Hinflug zum rund 384.403 Kilometer entfernten Mond dauerte 76 Stunden. Am 21. Juli 1969 um 0.17 Uhr (MEZ) erfolgte die Landung. Astronaut Neil Armstrong meldete per Funk: "Houston, Tranquility Base here. The Eagle has landed! (Houston, Ruhebasis hier. Der Adler ist gelandet, Anm.)

3,5 Stunden später klettere Armstrong die Leiter der Landeskapsel herunter und schrieb Geschichte. Buzz Aldrin folgte ihm ein paar Minuten später. Insgesamt dauerte der erste Mondspaziergang zwei Stunden und 31 Minuten.

Von der Vergangenheit in die Zukunft

Auch wenn die Mondlandung nun bereits eines halbes Jahrhundert her ist, die Chancen stehen gut, dass es in absehbarer Zeit wieder bemannte Missionen zum Mond geben wird. So haben sich etwa die internationalen Partner der Internationalen Raumstation ISS darauf verständigt, eine neue, kleinere Raumstation, den "Lunar Gateway", in einer Entfernung von ca. 300.000 km von der Erde zu bauen. Sie soll als Basis für Expeditionen auf den Mond dienen. Ursprünglich war eine Mondlandung für das Jahr 2028 anvisiert worden.

Die NASA plant mit politischer Rückendeckung durch die Regierung von US-Präsident Donald Trump eine erneute Mondlandung für das Jahr 2024. Vielleicht wird zumindest einer der Apollo-Astronauten die Rückkehr zum Mond noch erleben.

Die Sonderausstellung "High Moon" ist noch bis 6. Oktober 2019 im Technischen Museum Wien in der Mariahilfer Str. 212 zu sehen. Alle Informationen dazu finden Sie hier.

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