Home Schooling, Home Office und Haushalt: Frauen trifft die Mehrfachbelastung während der Pandemie stärker denn je. Die Stadt Wien will daher mindestens 5.000 Wienerinnen genau zu ihrer Situation befragen. Das gaben Frauen-Stadträtin Kathrin Gaal, AK-Wien-Präsidentin Renate Anderl und SPÖ-Klubvorsitzender Josef Taucher im Rahmen der Konferenz des SPÖ-Klubs "Arbeit. Frauen. Wohnen. #anpackenjetzt" am Mittwoch bekannt.
"Wir wissen, dass Corona das Leben der Frauen verändert hat. Aber wir wissen nicht genau, wie. Deshalb startet die Stadt Wien eine groß angelegte Frauen-Befragung, um auf Augenhöhe zu erfahren, was die Wünsche für die Zukunft, aber auch Probleme und Sorgen der Wienerinnen sind. Und um danach mit konkreten Maßnahmen auf dieses Ergebnis reagieren zu können. Wir wollen nicht über Frauen, sondern mit Frauen sprechen", so Gaal.
Mindestens 5.000 Wienerinnen sollen zu verschiedenen Schwerpunkten befragt werden – unter anderem Bildung, Erwerbsarbeit, unbezahlte Arbeit, Alltag/Freizeit und frauenspezifische Angebote. Aufbauend auf den Ergebnissen sollen anschließend Maßnahmen gesetzt werden, um Frauen und Mädchen in Wien noch besser unterstützen zu können. Der Start der Befragung ist bereits in Vorbereitung, wann und wie sie genau durchgeführt wird, steht noch nicht fest. Ein Endergebnis wird für 2022 erwartet.
"Die Corona-Krise trifft Frauen doppelt und dreifach, sie arbeiten im Handel, Tourismus, Gastgewerbe, wo gerade viele Jobs verloren gegangen sind. Es muss daher viel, viel mehr getan werden", erklärte auch AK-Wien-Präsidentin Renate Anderl. Die berufliche Situation hat sich im Vergleich zum Vorjahr massiv verschlechtert, in Österreich fürchtet jede dritte Frau um ihren Job. Zudem wirft die Krise die Gleichberechtigung um zwanzig Jahre zurück: "Corona hat zu einer Verschlechterung in nahezu allen Lebensbereichen geführt. Es sind überwiegend Frauen, die neben dem Job auch die Betreuung der Kinder, Home-Schooling und die Hausarbeit schultern. Besonders betroffen sind Alleinerzieherinnen – sie gehören zu den großen Verliererinnen in der Pandemie", meinte SPÖ-Klubvorsitzender Josef Taucher.
"Mir ist wichtig: Frauen dürfen nicht zu den Verliererinnen der Corona-Krise werden. Daher fragen wir nach – um Frauen und Mädchen in Wien in Zukunft mit zielgerichteten Maßnahmen noch besser unterstützen und stärken können. Jetzt sind die Wienerinnen am Wort", so Vizebürgermeisterin Gaal abschließend.