Asyltitel verkauft: Beamter muss 30 Monate in Haft

Finale im Mammutprozess gegen einen spielsüchtigen Beamten (56) und eine Komplizin in Wr. Neustadt. Der 56-Jährige soll 51 Aufenthaltstitel verkauft haben.
Rund 20 Verhandlungstage, 51 Angeklagte, rund 40 Rechtsanwälte - der Prozess, der im Oktober 2019 begonnen hatte, zog sich bis Jahr 2020.

Rückblick: Ein mittlerweile suspendierter Beamter des Bundesamtes für Asyl soll durch seine Spielsucht in finanzielle Turbulenzen geraten sein, seit 2014 hat er auch ein Schuldenregulierungsverfahren über sein Vermögen.

Ab 2014 hatte er laut Anklage seine triste Finanzlage durch das Verkaufen von Aufenthaltstiteln (Anm.: knapp 50 Aufenthaltstitel an 29 Kosovaren, sieben Serben, sechs Mazedonier und andere) aufgebessert. Insgesamt soll er so rund 82.000 Euro eingenommen haben.

CommentCreated with Sketch.11 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch.Eine Gerichtsdolmetscherin (64) – und zwei untergeordnete Vermittler – sollen dem Staatsdiener die „Kunden" gebracht haben, dafür 500 Euro pro Antrag bekommen haben. Bei einer Hausdurchsuchung wurden beim Beamten Asylanträge zu Hause gefunden („Heute" berichtete).

Heute, nach 4 1/2 Monaten, gab es am Landesgericht Wiener Neustadt endlich Urteile: Der Beamte muss 30 Monate hinter Gitter, die Dolmetscherin bekam 21 Monate teilbedingt (5 Monate davon unbedingt), ein Vermittler fasste 21 Monate teilbedingt (7 Monate unbedingt) aus und zwei weitere Vermittler bekamen je 16 Monate bedingte Haft.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig - denn: Der Prozess ist noch nicht aus, die Angeklagten beraten sich noch mit ihren Anwälten.

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