58 österreichische Flüge werden bestreikt

Bild: Alex Domanski / Reuters
Am zweiten Tag in Folge drohen Reisenden am Frankfurter Flughafen - einer zentralen Drehscheibe des europäischen Flugverkehrs -erhebliche Behinderungen. Die Mitarbeiter auf dem Vorfeld des deutschen Airports wollen am Freitag erneut die Arbeit niederlegen, diesmal noch länger als am Donnerstag. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat einen Streik der rund 200 Vorfeldlotsen, Einweiser und Verkehrsplaner von 8.00 Uhr bis 22.00 Uhr angekündigt. Insgesamt 58 Flüge in Österreich sind betroffen, 26 davon in Wien-Schwechat.


Der Arbeitskampf am Donnerstag hatte von 15.00 Uhr bis 22.00 Uhr gedauert. In diesem Zeitraum fielen 172 der 526 ursprünglich vorgesehenen Flüge aus. Auch in Österreich kam es vereinzelt zu Verspätungen und Ausfällen. Am Freitag sollten in der streikbedrohten Zeit von 8.00 bis 22.00 Uhr sogar 1082 Maschinen starten oder landen. 268 Flüge waren bereits am Donnerstagabend für den nächsten Tag gestrichen, wie ein Sprecher des Airports erklärte.

Fühlen uns erpresst
Der Flughafenbetreiber Fraport und die Fluggesellschaft Lufthansa hatten den Streik kritisiert. "Wir fühlen uns erpresst", hieß es bei der Fraport. Auch andere Gewerkschaften und Verbände verurteilten das Vorgehen der GdF als unsolidarisch und egoistisch. Unabhängig vom Streik gilt für den Flughafen derzeit außerdem ein gerichtlich verhängtes Nachtflugverbot zwischen 23.00 und 5.00 Uhr.

Tarifkonflikt
Hintergrund des Streiks ist ein Tarifkonflikt zwischen Gewerkschaft und Fraport. Der Flughafenbetreiber hatte zuletzt einen Schlichterspruch des früheren Hamburger Ersten Bürgermeisters Ole von Beust abgelehnt und eine nachfolgende Frist der Gewerkschaft verstreichen lassen. Man wolle lediglich auf der Grundlage des bisherigen Angebots weiterverhandeln, erklärte Personalchef Herbert Mai. Die GdF will den Spruch nach eigenen Angaben umsetzen. Mai bezifferte die verlangten Steigerungen auf 64 bis 73 Prozent im Vergleich zum bisherigen Stand.

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