Einen recht gestörten Zugang haben brasilianische Männer zu Frauen, die sich freizügig kleiden. So enthüllte eine Umfrage, 65 Prozent der Brasilianer der Aussage teilweise oder ganz zustimmen, "dass Frauen, die Haut zeigen, es verdient haben, angegriffen zu werden". Als Reaktion, hat eine brasilianische Journalistin nun in sozialen Netzwerken eine Kampagne gegen Sexismus, Vergewaltigungen und sexualisierte Gewalt gestartet.
Einen recht gestörten Zugang haben brasilianische Männer zu Frauen, die sich freizügig kleiden. So enthüllte eine Umfrage, 65 Prozent der Brasilianer der Aussage teilweise oder ganz zustimmen, "dass Frauen, die Haut zeigen, es verdient haben, angegriffen zu werden". Als Reaktion, hat eine brasilianische Journalistin nun in sozialen Netzwerken eine Kampagne gegen Sexismus, Vergewaltigungen und sexualisierte Gewalt gestartet.
Das zuständige Statistikinstitut IPEA macht zwar später einen Rückzieher und erklärte, dass Fehler bei der Auswertung der Umfrage gemacht wurden. So wären angeblich "nur" 26 Prozent der Meinung, dass ein Angrill bei dementsprechendem Kleidungsstil gerechtfertigt wäre. Die Empörung war aber bereits groß und die Kampagne unter dem Motto "Ich verdiene es nicht, vergewaltigt zu werden" am Laufen.
Rückendeckung von der Präsidentin
Tausende schlossen sich in den ersten Tagen der Kampagne der Journalistin Nana Queiroz bei Facebook, Twitter und Instagram an. Hunderte Frauen und Männer veröffentlichten Fotos mit dem Leitspruch der Kampagne. Auch Präsidentin Dilma Rousseff drückte ihre Solidarität aus. "Die Regierung ist auf der Seite von Nana Queiroz, allen bedrohten Frauen und Opfern der Gewalt", schrieb Rousseff am Montag auf ihrem Twitter Profil.
Queiroz zeigte sich zufrieden über die Reaktion der Präsidentin: "Ich bin froh, dass sich die Präsidentin für das Thema einsetzt. Nun hoffe ich jedoch, dass sich ihre Unterstützung auch in konkreten Aktionen widerspiegelt." Währenddessen erhielt die Journalistin laut "amerika21.de" über das Internet hunderte Drohungen, vor allem von Männern.
Selecao-Coach Scolari spricht sich für Sex während der WM aus
Indes äußerste sich der Trainer der Brasilianischen Nationalmannschaft, Luiz Felipe Scolari, zu dem Sexualleben seiner Spieler während der Heim-WM (12. Juni bis 13. Juli). Seinen Spielern sei während des Turniers, selbst am Vorabend von Spielen, "normaler Sex" erlaubt, aber keine "Akrobatik", erklärte der 65-Jährige am Montag bei einer Pressekonferenz in Lissabon.
"Wenn der Sex normal und ausgewogen ist, bin ich einverstanden, aber es sollten keine extremen Drahtseilakte in luftigen Höhen sein", präzisierte Scolari, der Brasilien bereits 2002 zum WM-Titel geführt hat.