Datenschutz-Alarm

6G kann durch Wände sehen und Herzschlag messen

Der neue Mobilfunkstandard 6G soll Menschen durch Wände erfassen und sogar Herzschlag und Atmung messen können. Datenschützer schlagen Alarm.
Technik Heute
28.07.2026, 11:07
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Was wie Science-Fiction klingt, wird bald Realität: Der kommende Mobilfunkstandard 6G soll nicht nur Daten übertragen, sondern gleichzeitig wie ein Radar funktionieren. Mit der Technologie namens ISAC (Integrated Sensing and Communication) können Antennen künftig Abstände, Geschwindigkeiten und Bewegungsmuster erfassen.

Das Besondere: Jedes funkfähige Gerät - vom Smartphone bis zur Basisstation - könnte diese Aufgabe nebenbei übernehmen. Die Technik kann sogar durch Wände hindurch Menschen erkennen und deren Atmung sowie Herzschlag analysieren.

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Wie Forschung und Wissen meldet, hat die deutsche Datenschutzkonferenz am 17. Juni 2026 ein Positionspapier beschlossen, das die Tragweite der Technik beschreibt. Demnach lassen sich mit maschinellem Lernen sogar einzelne Personen am Gang erkennen und Gesten sowie Gesichtsmerkmale ableiten.

Einwilligung praktisch unmöglich

Das Problem: Eine flächendeckende Funksensorik erfasst jeden, der sich im Bereich aufhält - egal, ob mit oder ohne Handy. Eine wirksame Einwilligung ist laut Datenschützern praktisch nicht einzuholen.

Am Barkhausen-Institut in Dresden arbeiten Forscher bereits an Lösungen. Sie entwickeln einen Schalter, der die Sensorfunktion in Geräten komplett deaktiviert, während die Kommunikation weiterläuft. Zudem gibt es eine App, die anzeigt, ob gerade eine Umgebungserfassung stattfindet.

Zeitdruck bei Standardisierung

Die Forscher bringen ihre Konzepte in die europäischen Standardisierungsgremien ein. Im September 2026 treffen sich internationale Fachleute in Dresden. Der Druck ist groß, denn ein verabschiedeter Standard lässt sich nur schwer ändern. Deutschland hat die 6G-Entwicklung mit rund 700 Millionen Euro angeschoben, der Start wird um 2030 erwartet.

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