Österreich

70 Mio. Euro: Polizei sprengt riesigen Betrügerring

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:42

Ein österreichweiter Betrügerring, der mit Anlageschwindel einen Gesamtschaden von rund 70 Millionen Euro verursacht hat, ist vom Landeskriminalamt Niederösterreich ausgehoben worden. Die Beamten aus dem Bereich Wirtschaftskriminalität kamen den Betrügern nach dreijährigen Ermittlungen bereits 2009 auf die Spur.

Nachdem nun die Erhebungen abgeschlossen sind, wurde der Fall am Montag von der Sicherheitsdirektion publik gemacht. Die Verdächtigen sollen Scheingesellschaften gegründet und Anlegern atypisch stille Beteiligungen um insgesamt 40 Millionen Euro daran verkauft haben. Dafür wurden ihnen hohe Verlustzuweisungen zugesichert. Um diese zu erschaffen, stellten die Gesellschaften Scheinrechnungen aus. Die Anleger konnten dann die Verluste anteilsmäßig zu ihren Beteiligungen von der Steuer abschreiben. Dem Staat dürfte auf diese Art ein Schaden von rund 32 Millionen Euro entstanden sein, so die Polizei.

Vier Niederösterreicher beteiligt

Rund 15 Beschuldigte aus dem In- und Ausland sollen in die Taten involviert gewesen sein. Der mutmaßliche Haupttäter, ein 68-jähriger Wiener Neustädter, und drei weitere Österreicher im Alter von 30, 35 und 55 Jahren aus dem Raum Wiener Neustadt wurden im Juni 2009 im Anschluss an umfangreiche Hausdurchsuchungen festgenommen. Der 68-Jährige befindet sich immer noch in der Justizanstalt Wiener Neustadt in Untersuchungshaft. Die übrigen Personen wurden angezeigt.

Etwa 1.000 geschädigte

Die Betrüger dürften seit 1998 auf diese Weise Geschäfte gemacht haben. Mehr als 2.000 Beteiligungen sollen in dieser Zeit von rund 1.000 Personen unterzeichnet worden sein. Die Anleger hatten von den kriminellen Machenschaften aber nichts gewusst, erklärte ein Ermittler. Sie müssen jetzt damit rechnen, dass sich der Staat die entgangene Einkommenssteuer zurückholt.

Verdächtige streiften 40 Millionen Euro ein

Die 40 Millionen Euro, die die Anleger für die Beteiligungen bezahlten, wurden über verschiedene Konten transferiert und sind schließlich bar abgeflossen - höchstwahrscheinlich an die Verdächtigen. Die Einvernahmen der Beschuldigten sind großteils abgeschlossen, sie sollen teilweise geständig sein.

APA/red

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