Nach jahrelanger Diskussion in der Standortfrage hat der ORF-Stiftungsrat am Donnerstag die Zusammenführung der Wiener ORF-Standorte am Küniglberg beschlossen. Der Antrag der Geschäftsführung wurde mit 26 Stimmen dafür, drei dagegen sowie sechs Enthaltungen angenommen.
Nach jahrelanger Diskussion in der Standortfrage hat der ORF-Stiftungsrat am Donnerstag die Zusammenführung der Wiener ORF-Standorte am Küniglberg beschlossen. Der wurde mit 26 Stimmen dafür, drei dagegen sowie sechs Enthaltungen angenommen.
Die Gegenstimmen kamen von den Betriebsräten Gerhard Moser und Christiana Jankovics sowie BZÖ-Vertreter Alexander Scheer.
Trimedialer Newsroom
Damit werden in den kommenden Jahren sowohl die Mitarbeiter des Funkhauses in der Argentinierstraße, wo derzeit die Radios Ö1 und FM4 sowie das Landesstudio Wien beheimatet sind, als auch jene von Ö3, Online und Teletext mit aktuellem Sitz in Heiligenstadt ins ORF-Zentrum in der Würzburggasse übersiedeln. Ein zentraler Punkt ist dabei die Errichtung eines trimedialen Newsrooms, in dem Redakteure aus Fernsehen, Radio und Online enger zusammenarbeiten sollen.
Argentinierstraße bleibt "Kulturstandort"
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz ist froh über den Beschluss des Stiftungsrates. Nach dem Motto "drei Medien, ein Standort" stehe man damit vor einer "großen qualitativen Veränderung des ORF". Der Standort Argentinierstraße soll als "Kulturstandort" erhalten bleiben.
300 Mio. Euro an Baukosten
Insgesamt werden von der Umsiedelung knapp 700 Mitarbeiter im Funkhaus sowie dem Standort in Heiligenstadt betroffen sein. Finanzdirektor Richard Grasl rechnet mit Baukosten von rund 300 Mio. Euro. Pro Jahr ergebe sich durch die Zusammenführung ein Einsparungspotenzial von etwa 10 Mio. Euro.
Zentralbetriebsratschef Moser nicht begeistert
Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser sieht einen "historischen Tag für den ORF", aber es ist für ihn "wahrlich kein guter". Es sei nicht entschieden worden, einen trimedialen Newsroom zu bauen, sondern "das Funkhaus als Radiohaus aufzugeben". Die rein finanziellen Aspekte hätten sich ihm nicht wirklich erschlossen. Er warnte "trotz vollmundiger Gegenbeteuerungen der Geschäftsführung" vor "Personalabbau, journalistischen Legebatterien, der Beschädigung gewachsener und erfolgreicher Senderidentitäten und Strukturen, sowie einem verwaisten Radiokulturhaus, in dem kein Radio mehr produziert wird".