74 Prozent freuen sich über die Rückkehr des Wolfes

Fotofallenbilder zeigen Jungtiere im Natura 2000-Gebiet Truppenübungsplatz Allentsteig im Vorjahr. Dies sind die ersten Wölfe, die in Österreich seit ihrer Ausrottung vor über 100 Jahren in freier Wildbahn geboren wurden.
Fotofallenbilder zeigen Jungtiere im Natura 2000-Gebiet Truppenübungsplatz Allentsteig im Vorjahr. Dies sind die ersten Wölfe, die in Österreich seit ihrer Ausrottung vor über 100 Jahren in freier Wildbahn geboren wurden.Bild: BMLVS

Umfrage im Auftrag des WWF: 74 Prozent der Österreicher stehen der natürlichen Rückkehr des Wolfes „sehr positiv" oder „eher positiv" gegenüber.

74 Prozent freuen sich über die Rückkehr des Wolfes nach Österreich und die kleine Gruppe der Jäger unter den Befragten schließt sich dieser positiven Stimmung an. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung zum Thema „Wolf in freier Wildbahn", die vom Linzer market-Institut im Auftrag des WWF durchgeführt wurde.

„Angesichts der zahlreichen negativen Wortmeldungen einzelner Vertreter der Jagd und der Landwirtschaft in letzter Zeit wollten wir wissen, wie Österreich wirklich denkt", erläutert WWF-Wolfsexperte Christian Pichler und stellt fest: „Der Wolf ist Österreichs jüngster Quereinsteiger mit den besten Umfragewerten. Eine solche Zustimmung kann sich wohl jeder Politiker nur wünschen."

Aus Naturschutzsicht lassen diese Zahlen nur eine Interpretation zu: Die große Mehrheit der Österreicher will keine wolfsfreien Zonen und Abschüsse der streng geschützten Tiere.

Dort sollen die wichtigsten Umsetzungsschritte mit den Beteiligten diskutiert und zeitnah beschlossen werden, so Pichler. Der WWF fordert endlich Lösungen, die für alle funktionieren – und keine Stimmungsmache gegen den Wolf an der Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher vorbei.

Friedliches Miteinander möglich

Österreichweit halten 84 Prozent der Menschen den Wolf für einen wesentlichen Bestandteil unserer Natur (stimme „auf jeden Fall", bzw. „auch noch" zu). Beinah ebenso viele (82 Prozent) sind der Meinung, dass ein friedliches Zusammenleben grundsätzlich möglich ist. Im direkt betroffenen Bundesland Niederösterreich, wo sich das erste und bislang einzige heimische Wolfsrudel gebildet hat, liegt die Zustimmung sogar deutlich höher als im Westen, wo der Wolf nur als Durchzügler auftritt.

Österreicher, die in Orten unter 5.000 Einwohnern und somit quasi „mitten in der Natur" wohnen, sehen zu 76 Prozent (stimme „auf jeden Fall", bzw. „auch noch" zu) die Möglichkeit eines friedlichen Zusammenlebens. Allerdings ist die Sorge um negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft bzw. Viehhaltung in dieser Gruppe stärker ausgeprägt als unter den Bewohnern großer Städte.

Die Forderung nach unbürokratischer Hilfe für Weidetierhalter, die Herdenschutz anwenden wollen, unterstützen 88 Prozent aller Befragten – sowohl auf dem Land als auch in der Stadt. „Ein klarer Auftrag an die Politik, hier endlich einheitliche Regelungen für ganz Österreich zu schaffen und für eine sichere Finanzierung zu sorgen", so Pichler.

Negative Stimmen in der Minderheit

Unter den 1000 Befragten befand sich auch eine kleine Gruppe an Jägern, die sich der Einstellung der Gesamtbevölkerung tendenziell angeschlossen hat. Dazu sagt der Zoologe und Leiter der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle in Grünau Prof. Dr. Kurt Kotrschal: „Die Umfrage zeigt, dass die negativen Stimmen gegen den Wolf eine Minderheitenposition darstellen."

Die Ergebnisse beruhen auf einer repräsentativen Meinungsumfrage unter der Österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahren (1000 Befragte, zur Hälfte face-to-face und online) im Juli und August 2017 in allen Bundesländern. (wes)

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