Niederösterreich

76.315 Arbeitslose am AMS in NÖ gemeldet

Am AMS NÖ waren per 11. Mai knapp 5 % weniger Arbeitslose gemeldet als noch Anfang Mai. Das AMS deutet dies vorsichtig postitiv, verweist aber auf den enormen Anstieg seit März.
12.05.2020, 13:51

Per 11. Mai waren bei den 22 AMS-Geschäftsstellen in Niederösterreich 76.315 Personen arbeitslos gemeldet. Gegenüber Monatsbeginn Mai ist damit der Zahl der niederösterreichischen Jobsuchenden um 3.884 oder -4,8% zurückgegangen.

"Die Unternehmen öffnen nun wieder Schritt für Schritt ihren Betrieb und stellen wieder Arbeitskräfte ein. Der Arbeitsmarkt kommt wieder in Bewegung. Das ist ein gutes Zeichen, aber es wird noch lange dauern, bis es zu einer deutlichen Entlastung kommt", so der Landesgeschäftsführer des AMS NÖ, Sven Hergovich. Binnen einer Woche ist die Arbeitslosigkeit vor allem am Bau (-15,3% oder 977 Personen), im Dienstleistungsbereich, hier vor allem bei Leasern (-4,7% oder 580 Personen) oder im Handel (-4% oder 542 Personen) zurückgegangen.

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22.856 mehr Arbeitslose als noch vor 8 Wochen

In Wahrheit jedoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, eine Augenauswischerei: Denn wie brisant die Lage am niederösterreichischen Arbeitsmarkt ist, macht der Vergleich der aktuellen Daten mit Mitte März sehr deutlich: Gegenüber 15. März sind noch immer um 22.856 Personen mehr arbeitslos, was einen Plus von 42,8% entspricht. Vor allem Bereiche wie die Gastronomie (+152%), der Handel  40,3% und sonstige Dienstleistungen wie Leaser (38,5%) sind von einem starken Zuwachs Jobsuchender betroffen.

221.792 Niederösterreicher in Kurzarbeit

Das Modell der Kurzarbeit wird von den niederösterreichischen Unternehmen weiterhin sehr rege in Anspruch genommen. Per 11. Mai sind beim AMS NÖ 18.170 Kurzarbeitsanträge eingegangen. 99% aller entscheidungsreifen Anträge, das sind abzüglich Ablehnungen und Fälle, bei denen noch die Wartefrist läuft, also 17.402 Anträge, wurden genehmigt.  Aktuell befinden sich in Niederösterreich 221.792 Beschäftigte in Kurzarbeit. Das ist mehr als jede/r dritte/r unselbständig Beschäftigte. 1,6 Milliarden Euro an Budgetmittel für Kurzarbeitsbeihilfen hat das AMS NÖ gebunden.

"Der intensive Einsatz der Beihilfe ermöglicht tausenden Menschen Arbeitsplatzsicherheit und den niederösterreichischen Betrieben, wieder auf ihre Stammbelegschaft zurückgreifen zu können", so der AMS NÖ-Chef. Bis dato wurden 4.024 Anträge durch die Buchhaltungsagentur ausgezahlt.

Und: Täglich treffen bis zu 100 neue Anträge beim AMS NÖ ein. Ab Mitte Mai können jene Unternehmen, deren Kurzarbeitsantrag bereits genehmigt wurde und per Ende Mai ausläuft, um Verlängerung ansuchen. Diese Verlängerungsansuchen können ausschließlich über das eAMS-Konto gestellt werden. Das AMS NÖ rechnet mit mehreren tausend Verlängerungsansuchen.