8.000 setzten friedliches Zeichen gegen rechten Ball

Die Demos gegen den Akademikerball waren mit laut Polizei 8.000 Teilnehmern sehr gut besucht. Zwischenfälle gab es keine.
Trotz durchaus frostigen Temperaturen versammelten sich am Freitagabend laut Polizei 8.000 Menschen, um gegen den von der FPÖ veranstalteten Akademikerball deutschnationaler Burschenschaften in der Hofburg zu demonstrieren.

Polizeipräsident Pürstl hatte im Vorfeld mit Gewalt gerechnet und angekündigt, "Busse aus dem Ausland umdrehen und nach Hause schicken" zu lassen. Doch die Kundgebung blieb laut Polizei friedlich.

Es gab "einzelne Identitäsfeststellungen, aber keine Zwischenfälle oder Festnahmen", sagte Polizeisprecherin Michaela Rossmann. 2.800 Polizisten - darunter 900 aus den Bundesländern - sicherten die Sperrzone rund um die Hofburg, die dieses Jahr so groß wie nie zuvor ausgefallen ist.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. "Keine Opfer, keine Täter"

In seiner Rede vor den Ballbesuchern betonte FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache, dass die Burschenschaften mit Antisemitismus und Totalitarismus nichts am Hut hätten. Strache erklärte, die Vergangenheit aufarbeiten zu wollen, die Burschenschafter seien jedoch "keine Opfer und keine Täter". Eine Verteidigung gegen die Antisemitismus-Vorwürfe, die um die Burschenschaft "Germania Wiener Neustadt" aufgekommen sind.

Deren Liederbuch mit offen antisemitischen und die Nazis verherrlichenden Liedern ist bekannt geworden und hat den niederösterreichischen FPÖ-Landeschef Udo Landbauer, der dort Mitglied und stellvertretender Sprecher ist, in Erklärungsnot gebracht.

Zahlreiche FPÖ-Politiker als Gäste

Neben Strache und dem Wiener FPÖ-Vizebürgermeister Johann Gudenus waren auch FPÖ-Generalsekretärin Marlene Svazek, die FPÖ-Nationalratsabgeordneten Martin Graf, Walter Rosenkranz und Christian Höbart sowie Ex-Minister Herbert Haupt und der burgenländische Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz am Ball anwesend. Auch Martin Sellner, Führungsmitglied der rechtsextremen Identitären war dabei. Auf der Ehrenbühne saß neben Gudenus und Rosenkranz auch die Wiener Landtagsabgeordnete Ursula Stenzel. (red)

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