Der russische Angriffskrieg in der Ukraine riss tausende junge Ukrainer aus ihrem Alltag. Flucht, eine ungewisse Zukunft und der Neuanfang in einem fremden Land ließen Themen wie Schulprüfungen für kurze Zeit in den Hintergrund rücken.
Damit ukrainische Schüler nun trotz der Ausnahmesituation ihre Matura absolvieren können, ermöglicht die Stadt Wien den erleichterten Zugang zur Onlinematura – das gab Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) gegenüber der APA bekannt.
Die Universität stellt Computerräume für die Prüfung zur Verfügung, organisiert wird die Matura vom ukrainischen Bildungszentrum in Wien. Dieses wurde auch vom Bildungsministerium in der Ukraine mit der Durchführung betraut.
Damit sei eine wichtige Brückenfunktion erfüllt worden, so Wiederkehr. "Ukrainische Schüler, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, konnten so nahtlos ihre Bildungslaufbahn weiterführen und ihren ukrainischen Bildungsabschluss machen. Es ist wichtig, den jungen Menschen auch in dieser unsicheren Zeit eine Chance auf Bildung und eine weitere Zukunftsperspektive zu bieten."
14 Lehrpersonen bereiteten in den letzten drei Monaten knapp 100 ukrainische Maturanten auf den Prüfungsantritt vor. Unterrichtet wurden zehn Fächer, der Schwerpunkt lag dabei auf den Prüfungsfächern Ukrainisch, Mathematik und Geschichte, aber auch auf Deutsch. Lernunterlagen und Verpflegung wurden kostenlos zur Verfügung gestellt, auch psychologische Unterstützung wurde angeboten. Zahlreiche außerschulische Aktivitäten, Exkursionen und Workshops dienten dazu, Wien besser kennenzulernen.
Der erste Durchgang der Onlinematura für 800 Schüler findet zwischen 22. Juli und 4. August statt. Nach der positiven Absolvierung des "Nationalen Multifach Tests" besteht für die ukrainischen Maturanten die Möglichkeit, in der Ukraine ein Bachelorstudium zu beginnen.