Österreich

90.000 Euro verschwanden bei Geldtransport

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:05

Anfang Mai gingen bei einem Geldtransport im Salzburger Pongau vermutlich 90.000 Euro verloren. Wie ein Bankangestellter schilderte, habe er die Geldsäcke nach einer Reifenpanne des Fahrzeugs zu nahe an den Abgrund gestellt, so dass diese in den Fluss Taurach fielen. Nur 3.000 Euro wurden gefunden.

Die Filiale der Salzburger Sparkasse ist seit dem Ende der Wintersaison im Skigebiet Obertauern geschlossen. An seinem letzten Arbeitstag am 7. Mai passierte dem Mitarbeiter das angebliche Missgeschick, wie die "Salzburger Nachrichten" in ihrer Samstagsausgabe berichteten. Als er von Obertauern in Richtung Radstadt zum Muttersitz der Bank fuhr, kam es zu einer Reifenpanne.

Er habe die Geldsäcke aus dem Kofferraum holen müssen und diese am Rand eines steilen Abgrundes gestellt. Die Säcke seien unglücklicherweise in die Taurach hinuntergefallen, erzählte der Mann. Das unwegsame Gelände wurde von Feuerwehrleuten, Bergrettern und Polizisten abgesucht. Die Einsatzkräfte entdeckten rund 3.000 Euro, mehr nicht.

Mitarbeiter wurde entlassen

Der Großteil des Geldes sei nicht mehr aufzufinden gewesen, hieß es aus der Zentrale der Salzburger Sparkasse. "Wir wissen nicht, wie das passiert ist", sagte Generaldirektorin Regina Ovesny-Straka zu den "Salzburger Nachrichten". Man habe sich von dem Mitarbeiter mittlerweile getrennt, er habe die Richtlinien für einen Geldtransport nicht befolgt.

Die verloren gegangene Summe in der Höhe von rund 90.000 Euro wurde von der Bank aber offiziell nicht bestätigt. Die Polizei ermittle in der Causa aufgrund einer Verlustanzeige, sagte Polizeisprecher Anton Schentz. "Derzeit gibt es keinen Anhaltspunkt für eine kriminelle Handlung", sagte Schentz.

Polizei wollte Goldgräberstimmung vermeiden

Aus Sicherheitsgründen sei damals kein Polizeibericht veröffentlicht worden. Die Exekutive habe befürchtet, dass eine Goldgräberstimmung aufkomme. Das Gelände an der Katschbergstraße (B99) sei steil abfallend und extrem gefährlich, warnte Schentz. Es gebe Wasserstrudel und mehrere Wasserfälle. "Eine Suche nach dem Geld ist aufgrund des Hochwassers lebensgefährlich und mit Sicherheit absolut sinnlos." Mittlerweile könnten die Geldscheine - falls die Säcke tatsächlich in die "Nördliche Taurach" gestürzt und nicht irgendwo hängen geblieben sind - schon längst in die Enns gespült worden sein.

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