900 Anfragen an Ombudsfrau

Seit Oktober macht Helga Krismer als Grüne-Gesundheitsombudsfrau mobil gegen Zwei-Klassen-Medizin. 923 Betroffene habensich allein in Niederösterreich bei ihr gemeldet. Ihre tragischen Geschichten zeigen, dass das System an verschiedensten Stellen versagt. Auf der Strecke bleiben die, die es sich nicht „richten“ können.

Täglich wird Helga Krismer von Betroffenen angesprochen, erhält deren Mails und Anrufe: „Diese Menschen lügen nicht, wenn sie bestätigen, dass Zwei- Klassen-Medizin Realität ist – auch in Niederösterreich“, zieht die Politikerin eine erste Bilanz ihrer Kampagne.

Geld macht offenbar auch Patienten gleicher

Viele Betroffene erzählen von langen Wartezeiten auf Operationen oder Arzttermine, außer man sei privat zusatzversichert. Auch von „Bewilligungsmarathons“ bei der Krankenkasse wussten und wissen viele Niederösterreicher zu berichten: Wie etwa die Familie M. aus dem Bezirk Wr. Neustadt.

Sie „musste“ mit der Krankenkasse um Medikamente für ihren Sohn (6) streiten,der an starkem Asthma leidet. Die Kasse zahlt nur „Medikamente, die auf der Liste stehen“, auch wenn der Arzt andere für „besser“ hält. Weil die M.s das Beste für ihren Sohn wollen, zahlen sie die teuren Mittel privat.

Krismer dazu: „Viele Familien können sich das nicht leisten. Wer den Unterschied zwischen Arm und Reich in der Medizin von der Hand weisen will, soll das diesen Familien erklären.“ Die Grüne fordert daher als ersten Schritt eine Krankenkasse für alle Österreicher, statt der bisher 19 Kassen.

Lisa Steiner

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