Jeden Abend dröhnt es aus Lautsprechern am Linzer Hauptplatz. Impfgegner plärren ins Mikrofon. Und wenn sie das gerade nicht tun, dann beschallen sie die Linzer Innenstadt mit (Austropop)-Musik – in Mega-Lautstärke.
Passanten, die das zum ersten Mal mitbekommen, bleiben stehen, schauen nur – wundern sich, schütteln den Kopf. Anrainer, die das jeden Tag mitbekommen, wundern sich nicht mehr – sie ärgern sich nur darüber.
Und deswegen können sie jetzt jeden Abend Linz beschallen – ohne dass jemand was dagegen tun kann.
Doch: Wie laut ist die Impfgegner-Beschallung tatsächlich? Wir haben nachgemessen. Dazu haben wir uns eine Schallmessung-App aufs Handy geladen. Über diese App und das Handy-Mikrofon (in das man beim Telefonieren spricht) wird die Lautstärke gemessen.
Wir stehen mit dem Handy etwa 30 Meter von dem Impfgegner-Grüppchen (es stehen fünf Demonstranten zusammen – was ausreicht, denn rein rechtlich müssen es mindestens drei Personen sein, damit es als Demo durchgeht) entfernt – und lassen die App arbeiten. Eine Minute messen wir den Lärm.
Das Ergebnis: Bis zu 94 Dezibel laut sind die Demonstranten – fast so laut wie eine Kettensäge (hat rund 100 Dezibel). Im Durchschnitt bringen sie es auf 79 Dezibel.
Und die Polizei kann nur daneben stehen – und nichts tun. Denn: Verfassungsrechtlich ist das alles in Ordnung, wie uns der Magistrat Linz bestätigt. Wegen des Versammlungsrechts und weil die Impfgegner die Demo ordnungsgemäß angemeldet haben.