960 Euro Strafe für Kärntnerin, die Katzen quälte

Die Angeklagte holte die Katzen offenbar von der Straße.
Die Angeklagte holte die Katzen offenbar von der Straße.Getty Images/iStockphoto/Symbolfoto
Drei Monate bedingt und 960 € Geldstrafe: So lautet das (nicht rechtskräftige) Urteil für eine Kärntnerin, die wegen Tierquälerei vor Gericht stand.

Das sogenannte "Katzenzimmer" war voller Blut, Kot und Katzen-Urin: Im November 2020 fanden die Vermieterin eines Hauses nach einer Delogierung nicht nur ein Bild der Verwüstung vor, sondern auch fünf Samtpfoten ohne Futter und Wasser sowie zwei Katzen-Skelette. Woran die Stubentiger gestorben sind, lässt sich nicht mehr eruieren, da die Kadaver entsorgt wurden. Heute, Mittwoch, musste sich die Ex-Mieterin (47) vor dem Landesgericht Klagenfurt wegen Tierquälerei verantworten – zuvor war der Prozess zwei Mal vertagt worden.

Der Klagenfurterin wurde vorgeworfen, im Zeitraum von Frühling bis Herbst 2020 sieben ausgewachsene Hunde, vier Welpen und mehrere Katzen – vermutlich Streunerkatzen – vernachlässigt zu haben. "Warum sollte ich die Tiere töten? Ich bin eine Tierfreundin", beteuerte die Angeklagte vor Richterin Sabine Roßmann mehrmals ihre Unschuld. Über 70 Fotos, die das Leid der Tiere dokumentieren sowie Aussagen der Nachbarn belasteten die 47-Jährige. 

Katzen waren in Zimmer eingeschlossen

So sagte etwa eine Zeugin aus, sie habe ein "herzzerreißendes Jammern" der Katzen gehört, auch Beschwerden über jaulende Hunde gab es. Vor Gericht gab die Klagenfurterin an, dass die Katzen über ein ständig geöffnetes Fenster in das Haus ein- und aussteigen konnten. Doch die Samtpfoten wurden von mehreren Zeugen nie draußen gesehen, sondern nur hinter verschlossenen Fenstern. Zudem erklärte der ehemalige Lebensgefährte der Frau, dass das "Katzenzimmer" immer verschlossen war.

Einen anderen Umgang dürfte die 47-Jährige mit ihren Hunden gepflegt haben. So stellten zwei Tierärzte keine Anzeichen von Verwahrlosung oder Unterernährung bei den Vierbeinern fest. Laut einem der Veterinäre waren die Hunde in einem "mittelguten bis guten" Ernährungszustand. Weitere Zeugen sagten, dass die Angeklagte einen sehr guten Umgang mit ihren Hunden gehabt habe.

"Warum sollte ich die Katzen einfach sterben lassen oder gar töten?" - Angeklagte

Ob die Frau psychisch krank ist, kann nicht belegt werden – zwei Gutachten kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. "Ich habe meine Hunde sehr gut gehalten und die Katzen im Tierheim abgegeben, warum sollte ich einige dann einfach sterben lassen oder gar töten?", erklärte die Angeklagte vor der Richterin. Doch diese glaubte ihr nicht: "Sie haben die Katzen eingesperrt, warum, entzieht sich meiner Kenntnis." Die 47-Jährige wurde zu drei Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 960 Euro verurteilt. Sollte die Frau noch einmal wegen Tierquälerei vor Gericht stehen, droht ihr eine Gefängnisstrafe. Die Klagenfurterin erbat sich Bedenkzeit, das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.

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