98 statt 4 € Eintritt: Hier müssen Minister blechen

"Steinwandklamm"-Betreiber Franz Singer ist auf die Regierung nicht gut zu sprechen. Die Folge: Bei Ministern, die das Ausflugsziel besuchen, verlangt er statt den regulären vier, satte 98 € Eintritt.

Franz Singer, Betreiber der bei Wanderern beliebten "Steinwandklamm" in Furth an der Triesting (Bezirk Baden), ist ein Revoluzzer. Mit der Arbeit der Regierung in Österreich ist er mehr als unzufrieden, ebenso wie mit der Europäischen Union.

Bereits beim Eingang in die Klamm durch das Drehkreuz wurde ein Schild mit der Aufschrift "EU-freie Zone" aufgestellt. "Es gibt auch schmähbefreite Leute. Die Tafel wurde schon beschmiert oder umgestoßen", lacht Singer im Gespräch mit "Heute".

"Furz-Box" für Kassenbons

Auch die Registrierkassenpflicht nervt den Betreiber. Die Kassenbons werden von Singer in einer Tonne mit dem Namen "Furz-Box" (Anm.: Furz = "für unnötige Rechnungs-Zettel") entsorgt. Darauf prangt ein Foto von Finanzminister Hans Jörg Schelling (VP).

Die Rechnungen selbst wurden ebenfalls mit einer Nachricht an die Besucher versehen: "Lieber Besucher der Klamm oder unserer Hütte. Der von Dir bezahlte Betrag enthält: 0%, 10%, 13% oder 20% Mehrwertsteuer und wenn er nicht wieder zur Gänze für Reparaturen, Investitionen oder Wareneinkauf ausgegeben wird, 25% bis 42% Einkommenssteuer, damit unsere reGIERenden, korrupten Versager weiterhin ihre ungerechtfertigten Bezüge und fetten Pensionen beziehen, Steuergeld verschwenden, unterschlagen, Großkonzerne steuerfrei verdienen lassen und Fäkalkünstler finanzieren können. Franz Singer"

"Seit 2011 betreue ich die Klamm, jahrelang bat ich um finanzielle Unterstützung für die Erhaltung, bekommen habe ich aber nichts", erzählt Singer über die Gründe für seinen Ärger auf die Bundespolitik.

Für Normalos erschwinglich, Politiker zahlen 98 Euro

Darum hat er sich, um das Ausflugsziel und die Steiganlagen gesetzeskonform in Schuss halten zu können, auch etwas Besonderes ausgedacht: Erwachsene zahlen regulär vier Euro Eintritt, ist man aber Regierungsmitglied, muss man tief in die Tasche greifen. 98 Euro verlangt er bei der Polit-Spitze des Landes, sollte sie zu Besuch kommen. "Eine hat einmal sogar abgestritten, dass sie Regierungsmitglied ist", schmunzelt der Betreiber.

Bei Politikern dürften die "Maßnahmen" wohl nicht allzu gut ankommen, seine Gäste erheitert er damit aber allemal: "80 Prozent der Leute finden, dass das ein Super-Gag ist. Dem Rest ist es egal. Nur ein paar wenige verstehen da keinen Spaß", resümiert Singer.

Weitere Infos zur Steinwandklamm gibt es hier.

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