A4: Todes-Schlepper jetzt wegen Mordes vor Gericht

Nachdem 71 Flüchtlinge qualvoll in einem Kühl-Lkw erstickt sind, wird insgesamt elf mutmaßlichen Schleppern der Prozess gemacht.
Die Anklage lautet auf "qualifizierten Mord" und Schlepperei im Rahmen einer kriminellen Vereinigung: Am Gerichtshof Kecskemet (Ungarn) begann am Mittwoch der Prozess gegen zehn der elf mutmaßlichen Schlepper.

Sie sollen für den qualvollen Erstickungstod von 71 Flüchtlingen -

darunter acht Frauen und vier Kinder - verantwortlich sein. Die Leichen fand die Polizei im August 2015 in einem Kühlwagen auf der A4 in der Nähe von Parndorf.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Schlepper kassierten 300.000 Euro

Chef der Schlepperbande soll ein 30-jähriger Afghane sein. Er habe mit einem Bulgaren (31) und einem bulgarisch-libanesischen Staatsangehörigen (51) von Februar bis August 2015 die Fahrten organisiert, so die Anklage. Bei insgesamt 31 solcher Fahrten soll die Bande 300.000 Euro kassiert haben.

In diesem Kühl-Lkw erstickten 71 Flüchtlinge qualvoll.
In diesem Kühl-Lkw erstickten 71 Flüchtlinge qualvoll.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Angehörigen des Schlepper-Rings vor, der Kühllaster sei für den Personentransport völlig ungeeignet gewesen sein, "geschlossen, dunkel und luftlos". Die Migranten seien "überfüllten, unmenschlichen und qualvollen Umständen" ausgesetzt gewesen.

Vorwürfe gegen Ungarns Polizei

Mit einem Urteil ist erst Ende des Jahres zu rechnen. Erst kürzlich wurden auch Vorwürfe gegen die Behörden laut: Die ungarische Polizei habe Telefongespräche der Schlepper abgehört, die Tragödie aber nicht verhindert. (pic)

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