Gesundheit

Ab 15. Oktober – EU erlässt Mikroplastik-Verbot

Der Verkauf von Mikroplastik und Produkten, die jenes freisetzen, sollen ab Mitte Oktober im Laufe der kommenden Jahre verboten werden. 

Heute Life
Mikroplastik ist mit 0,001 bis 5 Millimeter teilweise noch mit freiem Auge sichtbar.
Mikroplastik ist mit 0,001 bis 5 Millimeter teilweise noch mit freiem Auge sichtbar.
GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com

Wir leben in einer Plastikwelt. Der Plastik-Boom, der in den 1950er Jahren begann, beginnt erst jetzt – 70 Jahre später – in Mikroschritten abzuebben und die Industrie sucht nach umweltverträglichem Ersatz. Nicht zuletzt, weil der weltweite Plastikmüll längst Überhand genommen hat und Meere und Tierwelt bedroht. Laut einer Studie aus dem Jahr 2022 nehmen Menschen jede Woche versehentlich bis zu fünf Gramm Mikro- und Nanoplastik zu sich. Dies entspricht in etwa einer Kreditkarte. Die winzigen Partikel verbleiben im menschlichen Blut und bleiben in den Organen hängen.

Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass sie möglicherweise die Karzinogenese in Zellen auslösen können – den Prozess, der Krebsmutationen auslöst. Mikroplastik ist nur ein Teil eines umfassenderen Problems der Plastikverschmutzung. Auf der Mülldeponie kann es bis zu 500 Jahre dauern, bis sie sich zersetzen und Schadstoffe in den Boden und das Wasser gelangen.

Schrittweises Verbot

Die EU hat jetzt einen wichtigen Schritt gesetzt, um der Plastikkrise entgegenzuwirken: Der Verkauf von Mikroplastik und mikroplastikhaltigen Produkten wird schrittweise verboten. Gemeint sind damit etwa Granulat auf Sportplätzen, aber auch Kosmetika wie Peelings oder Glitzer müssen künftig ebenso wie Spielzeug oder Pflanzenschutz- und Düngemittel ohne Mikroplastik auskommen. Das geht aus einer Mitteilung der Brüsseler Behörde hervor .

Erstes Verbot ab 15. Oktober in Kraft

In einem ersten Schritt dürfen bereits ab dem 15. Oktober Produkte wie Mikroperlen oder loses Glitter nicht mehr verkauft werden. In anderen Fällen (z. B. Granulat auf Sportplätzen) soll das Verkaufsverbot erst in den kommenden Jahren in Kraft treten. Auch bei anderen Produkten, bei denen die Umstellung besonders schwierig ist, bekommen die Hersteller bis zu zwölf Jahre Zeit, um das Mikroplastik zu ersetzen.

Laut EU-Kommission werden in der EU pro Jahr 42.000 Tonnen Mikroplastik freigesetzt, das Produkten absichtlich zugesetzt wird. Mit dem neuen Verbot soll künftig die Freisetzung von insgesamt etwa 500.000 Tonnen Mikroplastik in die Umwelt verhindert werden.

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