Durch den Klimawandel kommt es in Europa vermehrt zu Extremtemperaturen. Schon in den letzten Jahren verzeichnete man immer mehr Hitze-Tage, auch in Österreich. Doch diese hat großen Einfluss auf die Gesundheit des menschlichen Körpers.
"Im Jahr 2017 gab es in Österreich mehr Hitze- als Verkehrstote", erklärte Prof. Hans-Peter Hutter vom Zentrum für Public Health an der MedUni Wien vor wenigen Wochen bei einer Pressekonferenz. Im Jahr 2018 starben laut der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Österreich bei einem Rekord an Sommertagen mit mindestens 25 Grad 766 Personen. 2017 waren es 586, im Jahr 2015 sogar 1.122. Zum Vergleich: Bei Verkehrsunfällen starben 2018 409 Menschen.
Wenn der Flüssigkeitsverlust nicht mehr ausgeglichen werden kann, kommt es zur Hitzeerschöpfung. Gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Herz-Kreislauferkrankungen schwächen den Organismus ebenfalls, da das Herz in der Hitze besonders gefordert ist. Um den Körper zu kühlen, muss es das doppelte Volumen an Blut durch ihn hindurch pumpen. Wenn hier die Grenze erreicht wird und die notwendige Pumpleistung nicht mehr erbracht werden kann, ist ein Herzversagen die Folge.
Der deutsche Wetterdienst unterscheidet zur Beurteilung des Risikos durch Hitze zwei Kenngrößen: Heiße Tage mit über 30 Grad und Tropennächte mit über 20 Grad. Auch geht es darum, wie lange also über wieviele Tage die Hitze und die Tropennächte anhalten. Dann ist der menschliche Körper einer größeren Gefahr ausgesetzt.
Durch die fehlende Abkühlung in der Nacht kann sich der Körper nicht erholen. Bei anhaltender Hitze kann das Kühlsystem des eigenen Körpers überlastet werden. Dies führt zu Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen und Erschöpfung.
Besonders betroffen sind Personen mit Vorerkrankungen und ältere Menschen. Für sie stellen Hitzewellen ein tödliches Risiko dar. Vor allem alleinstehende Menschen im fortgeschrittenen Alter sind nicht mehr in der Lage die richtigen Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Sie trinken meist zu wenig, auch deshalb, weil das Durstgefühl mit dem Alter abnimmt.