Der Equal Pay Day ist jenes Datum, an dem Männer im Durchschnitt bereits so viel verdient haben wie Frauen im ganzen Jahr. Das bedeutet, dass den Wienerinnen 63 Tage oder 17,1 Prozent an Einkommen zu "Equal Pay" fehlen.
"In Wien findet der Equal Pay Day österreichweit am spätesten statt, weil die Lohnschere hier am geringsten ist", erklärt dazu die Vorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen, Stadträtin Renate Brauner, die betonte "wir nehmen nicht hin, dass Frauen in Österreich knapp 11.000 Euro im Jahr weniger verdienen als ihre Kollegen."
Rasche Maßnahmen gefordert
Gemeinsam mit Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) erneuerte sie am Sonntag in einer Aussendung ihre Forderung nach raschen Maßnahmen, um die Ungleichheiten bei der Zahlung zu schließen.
Equal Pay Day bezeichnet jenen Stichtag, an dem Vollzeit arbeitende Männer bereits das Jahreseinkommen von Vollzeit arbeitenden Frauen erreicht haben. Im Bundesland-Ranking "führt" Vorarlberg: hier wurde der Equal Play Day bereits am 16. September erreicht, das bedeutet, dass die Vorarlbergerinnen 107 Tage lang gratis arbeiten. Wien nimmt die letzte – in diesem Fall beste – Position ein: hier arbeiten die Frauen "erst" ab 30. Oktober umsonst.
Unterstützung für die Forderung nach Lohntransparenz kommt auch von der FSG Wien und ÖGB: deren Vorsitzenden Carina Köpf und younion-Bundesfrauenvorsitzende Christa Hörmann fordern die rasche Schaffung eines Mindestlohns von 1.700 Euro als ersten Schritt sowie den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze.
Wiener Equal Pay Day 17 Tage später als Restösterreich
Der Wiener Equal Pay Day wird in Wien 17 Tage später begangen als in Gesamtösterreich. Der Einkommensnachteil von Frauen gegenüber Männern beträgt österreichweit 21,7 Prozent, in Wien 17,1 Prozent. Für Österreich ist das im Vergleich zum Vorjahr eine Veränderung von 0,6 Prozent, in Wien um 0,9 Prozent.
Beseitigung der gläsernen Decke
Dank frauenfördernder Maßnahmen habe sich die Schere in Wien in den letzten zehn Jahren um 7,1 Prozent verringert, rechnet Frauenberger vor. Dennoch sei das noch zu wenig: Um die Einkommensschere zu schließen, müsse auch die „gläserne Decke" beseitigt werden, betonen die SPÖ-Frauen.
Die Stadt Wien zeige durch Quoten und Einkommenstransparenz auf Stadtebene, durch die Koppelung der öffentlichen Auftragsvergabe an frauenfördernde Maßnahmen sowie durch die Veröffentlichung eines Einkommensberichts vor, wie Ungleichheiten beseitigt werden können.
(lok)