Abdulfatah (16): Ich wurde aus dem Meer gerettet

Bild: Sabine Hertel
Drei Monate war Abdulfatah unterwegs, kenterte im Mittelmeer, kam schließlich doch an. In "Heute" erzählt er seine abenteuerliche Geschichte.
Drei Monate war Abdulfatah unterwegs, kenterte im Mittelmeer, kam schließlich doch an. In "Heute" erzählt er seine abenteuerliche Geschichte.

Abdulfatah ist Somali, ein Land im Bürgerkrieg. Im Sommer 2014 entschließt sich der 16-Jährige zur Flucht. Allein, ohne Familie. Erst geht es durch die Sahara nach Libyen, dann will er per Boot nach Europa ("In Afrika gilt es als gelobtes Land"). Der schüchterne Bursche träumt nur von einem: "Endlich Frieden", sagt er.

Doch auf der Überfahrt mit 84 Flüchtlingen kentert der 12-Meter-Kahn, vier Kinder ertrinken. "Ich habe gedacht, ich sterbe", sagt Abdulfatah zu "Heute". Er wird gerettet, zurück nach Libyen gebracht, wagt einen neuen Anlauf. Er schafft es nach Italien, landet in einem Haus der Caritas in Neudörfl (Bgld.), wo er nun seit zehn Monaten lebt. 4.300 Euro hat er den Schleppern für die Reise bezahlt – ohne Essen, ohne Trinken.

Freunde und Familie sind daheim, weit weg. Wenn er die Bilder der jüngsten Tragödien sieht, kommen wieder Emotionen hoch. Doch Abdulfatah hat Ziele: "Ordentlich Deutsch lernen, beim Roten Kreuz arbeiten." Würde er diese Reise noch einmal machen? "Nein! Niemals!"

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