Ablöse – Wrabetz steht nach 14 Jahren vor Aus im ORF

ORF-Chef Alexander Wrabetz (61) steht vor dem Abschied.
ORF-Chef Alexander Wrabetz (61) steht vor dem Abschied.Helmut Graf
Jetzt stehen die Zeichen auf Abschied: Alexander Wrabetz (61) dürfte am Dienstag nicht noch einmal als ORF-Generaldirektor gewählt werden.

Er wäre gerne bis zur Pension ORF-Chef geblieben. Nun scheint es, als bliebe ihm eine vierte Amtszeit am Küniglberg verwehrt – ORF-Langzeit-General Alexander Wrabetz steht vor dem Aus, dies erfuhr "Heute" am Montag. Mit einer 18:17-Mehrheit ihres Freundeskreises (plus ein Regierungsvertreter) hätte die Kanzler-Partei Wrabetz alleine aus dem Amt befördern können, nun zieht sogar der Koalitionspartner mit und soll dafür zwei Direktoren-Posten (Finanzen, Programm) im Abtausch erhalten. 

DE FACTO FIX NUN: Neuer Generalintendant ab 1. Jänner soll Vize-Finanzdirektor und Chef-Producer Roland Weißmann werden.

Dem 57-Jährigen werden sehr gute Verbindungen zu Sebastian Kurz und seinem Medienbeauftragten im Kanzleramt, Gerald Fleischmann, nachgesagt. Nach letzten Beratungen sind ihm offenbar sämtliche bürgerlichen Stimmen plus jene drei der Grünen sicher. Direktorenposten sollen an bewährte ORF-Manager – im Gespräch etwa Ö3-Chef Georg Spatt und ORF III-Geschäftsführerin Eva Schindlauer – gehen.

Neun Landeschefs im September gesucht

Die Wahl der vier Direktoren sowie der neun Chefs für die Landesstudios (hier haben die Landeshauptleute ein Anhörungsrecht, de facto entscheiden sie für ihr Bundesland) findet am 16. September statt. "Heute"-Infos zufolge könnte Lisa Totzauer (sie pflegt ein gutes Einvernehmen mit Landeshauptfrau Mikl-Leitner) nach Niederösterreich wechseln. Dort freilich steht auch Chefredakteur Robert Ziegler hoch im Kurs; für diesen Fall hätte Weißmann seiner Kollegin Lisa Totzauer via Puls24 sogar einen Posten in seinem Direktoren-Kabinett offeriert. Die fünfjährige Amtsperiode des neuen ORF-Chefs und seiner Mannschaft startet am 1. Jänner 2022. Bis dahin führt ORF-Intendant Alex Wrabetz, der das Unternehmen ohne große Blessuren durch Finanz- und Coronakrise manövrierte, die Geschäfte weiter.

Das Kandidatenfeld

Neben Titelverteidiger Wrabetz und Favorit Weißmann treten morgen – die oben bereits genannte – ORFeins-Channelmanagerin ElisabethTotzauer, der stellvertretende Technik-Direktor Thomas Prantner sowie der Externe Helmut Thoma an. 18 Stimmen sind nötig. Stimmberechtigt sind:

➤ Bundesregierung (9)
➤ Parlamentsparteien (6)
➤ Bundesländer (9)
➤ ORF-Publikumsrat (6)
➤ Zentralbetriebsrat (5)

Durchklicken: Alle Bewerber für den ORF-Chefsessel

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