Abmeldungswelle nach Gebühr für Kindergarten

In Oberösterreich kommt es nach der Wiedereinführung der Nachmittagsgebühr in Kindergärten durch die Regierung zu Massenabmeldungen.

Seit 1. Februar 2018 zahlen Familien mit einem Einkommen von 1.400 Euro mindestens 42 Euro, ab einem Einkommen von 3.700 Euro höchstens 110 Euro für die Nachmittagsbetreuung im Kindergarten. Einige gemeinden und Städte setzen eigene Modelle um, kosten soll die Betreuung aber überall etwas. Die im ÖVP-FPÖ-Arbeitsübereinkommen umgesetzte Gebühr sorgte von Anfang an für Kritik.

Nun beginnt eine wahre Abmeldungswelle in den Kindergärten. In Steyr wurden rund 50 Prozent der Kinder (170 von 320 Kindern) abgemeldet, in Wels rund ein Drittel. Von vielen Gemeinden stehen die Zahlen noch aus, Eltern sind aber insgesamt wenig begeistert. Auch deswegen, weil das Land die Gruppen- und Sonderförderungen gekürzt hat.

Kosten noch nicht abschätzbar

Sorgen bereitet den Gemeinden, dass es nun zu Jobverlusten kommen könne. Vorerst sollen befristete Dienstverhältnisse nicht verlängert werden. Zudem ist unklar, wie viel die neue Regelung überhaupt Geld einspart. Denn durch den Verwaltungsaufwand und die gekürzten Förderungen enstehen neue Kosten – im Fall von Steyr allein geht es um einen sechsstelligen Betrag, sagt Vizebürgermeisterin Ingrid Weixlberger (SPÖ). Insgesamt seien die Kosten noch nicht abschätzbar.

OÖ: Austrittswelle in Kindergärten. (Video: Glomex)

Die Welser Stadträtin Margarete Josseck-Herdt (FPÖ) beruft sich dagegen laut "ORF" auf eine "Bereinigung", es seien bisher viele Kinder angemeldet gewesen, bei denen ein Elternteil sowieso zu Hause sei. Eltern dürften sich nicht "zurücklehnen". Auch in Linz, wo es ein günstigeres Modell gibt, werden Abmeldungen von rund zehn Prozent der Kinder erwartet. Die SPÖ nannte die Gebühr eine "Kindergarten-Strafsteuer", die Grünen ebenfalls eine "Strafsteuer". (red)

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