Abrüstungsstopp: Kalter Krieg wird aufgewärmt

Bild: Alexei Druzhinin (POOL SPUTNIK KREMLIN)

Wegen zunehmender Spannungen mit den USA hat Russland die vereinbarte Beseitigung waffenfähigen Plutoniums ausgesetzt. Wladimir Putin habe ein entsprechendes Dekret unterzeichnet, teilte der Kreml mit. Als Gründe werden ein "drastischer Wandel der Lage, das Auftauchen einer Bedrohung der strategischen Stabilität" und "unfreundliche Handlungen der USA gegen Russland" angeführt. Die USA reagierten und beendeten den Syrien-Dialog mit Russland.

Wegen zunehmender Spannungen mit den USA hat Russland die vereinbarte Beseitigung waffenfähigen Plutoniums ausgesetzt. Wladimir Putin habe ein entsprechendes Dekret unterzeichnet, teilte der Kreml mit. Als Gründe werden ein "drastischer Wandel der Lage, das Auftauchen einer Bedrohung der strategischen Stabilität" und "unfreundliche Handlungen der USA gegen Russland" angeführt. Die USA reagierten und beendeten den Syrien-Dialog mit Russland.

Die USA beenden die direkten Gespräche mit Russland über eine Waffenruhe in Syrien, teilte das Außenministerium in Washington am Montag mit. Russland sei seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen. Die USA werfen Putin vor, als Verbündeter des Assad-Regimes Angriffe auf zivile Ziele im Bürgerkriegsland zu forcieren.

Russland hatte zuvor seinerseits den 2000 unterzeichneten, aber erst 2010 in Kraft gesetzten Vertrag zur atomaren Abrüstung gestoppt. Darin verpflichten sich beide Atommächte, jeweils 34 Tonnen an waffenfähigem hochradioaktivem Plutonium zu entsorgen oder zu entschärfen. Die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton hatte damals davon gesprochen, dass mit dem Material rund 17.000 Atomsprengköpfe gebaut werden könnten.

Plutonium in Brennstoff umwandeln

Die Kosten für die Beseitigung des Plutoniums waren anfangs auf 5,7 Milliarden Dollar geschätzt worden, sollen aber heute wesentlich höher liegen. Konkret wirft Russland den USA vor, sich nicht an die Abmachung zu halten. "Russland ist es nicht mehr möglich, dieses Abkommen alleine umzusetzen", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

Moskau habe Anlagen eingerichtet, in denen das Plutonium etwa zu Brennstoff für zivile Atomkraftwerke umgewandelt werden könne. Doch die USA hätten diesen Schritt nicht gemacht, sagte Peskow. Zugleich stellte die russische Regierung den USA Bedingungen für eine Verlängerung gemeinsamer Abrüstungsvereinbarungen.

Putin fordere die US-Regierung auf, alle Sanktionen gegen sein Land aufzuheben und sich aus den NATO-Staaten in Osteuropa zurückzuziehen, so der Kreml-Sprecher. Nur wenn die NATO reagiere, werde man wieder die seit 2010 geltende Vereinbarung zur Vernichtung waffenfähigen Plutoniums befolgen.

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