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Abschied für Glasner: "Pokal wichtig, nicht Glasner"

Titelverteidigung oder Traum-Abschied von Oliver Glasner? Das Pokalfinale zwischen RB Leipzig und Eintracht Frankfurt verspricht jede Menge Spannung.
Heute Redaktion
03.06.2023, 13:57
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ÖFB-Trainerexport Oliver Glasner warf einen schüchternen Blick auf den großen Gold-Pokal, anfassen wollte er sein letztes Objekt der Begierde als Trainer von Eintracht Frankfurt aber noch nicht. "Jeder möchte ihn gerne mitnehmen. Er funkelt für jeden gleich", sagte der 48-Jährige mit schelmischem Grinsen vor dem Duell mit RB Leipzig. Er wolle mit seinem Team "den Pokal nach Frankfurt bringen" - und damit seine "grandiose Geschichte" am Main standesgemäß beenden.

Der Weg auf die Triumphmeile am Römer wird im 80. DFB-Pokal-Finale allerdings definitiv kein Spaziergang. Denn RB Leipzig hofft selbst auf einen erneuten Feier-Marathon mit dem Cabrio-Bus. "Wir sind hier, um das Ding zu gewinnen. Wir wollen den letzten Schritt gehen", betonte Trainer Marco Rose auf der Abschlusspressekonferenz. Die schärferen Kampfansagen für Samstag (20.00 Uhr/Sky und ZDF) kamen allerdings vonseiten der Eintracht.

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"Ein Finale spielt man nicht, man gewinnt es", tönte Starangreifer Randal Kolo Muani. Es werde "ein Frankfurter Wochenende", bekräftigte Vorstandssprecher Axel Hellmann: "Es wird eine Frankfurter Botschaft geben, ein Frankfurter Finale, und es wird am Ende einen Frankfurter Pokalsieg geben." Zweiter Titel im zweiten Jahr - es wäre 381 Tage nach der magischen Nacht von Sevilla der Traum-Abgang für Glasner.

Doch RB will das mit aller Macht verhindern. Zum dritten Mal in Serie stehen die Sachsen im Finale, viermal in den vergangenen fünf Jahren genossen sie die besondere Atmosphäre von Berlin. Es sei "wie nach Hause kommen", flachste Abwehrchef Willi Orban. Für Rose und Sportgeschäftsführer Max Eberl ist die Partie im Olympiastadion dagegen eine Premiere. "Natürlich ist die Vorfreude extrem groß", sagte Eberl dem SID: "Den Titel jetzt zu verteidigen, wäre großartig. Wenn ich ein Teil davon sein darf, wäre das natürlich fantastisch."

Die Form könnte besser kaum sein. Leipzig kommt mit sechs Siegen in Serie, in den vergangenen zehn Pflichtspielen gab es neun Siege - und doch regiert Demut. "Wir wissen, wie gut Frankfurt ist", sagte Kevin Kampl im MDR: "Und Frankfurt weiß auch, wie man Finals spielt." Die Eintracht kämpfte sich nach zehn Ligaspielen ohne Sieg im Endspurt aus dem Formtief, rettete sich noch auf Rang sieben - die Conference League ist sicher. Doch das reicht der launischen Diva vom Main nicht.

"Wir wollen in die Europa League", betonte Sportvorstand Markus Krösche: "Aber vor allem wollen wir wieder einen Pokal nach Frankfurt holen." 2018 gab es den bislang letzten von fünf DFB-Pokal-Siegen. Damals mit Trainer Niko Kovac, dessen Abschied zum Finalgegner Bayern München zuvor feststand. Seit Anfang Mai ist bereits klar, dass Glasner trotz des Europa-League-Triumphs im Vorjahr zum Saisonende wegen diverser Reibungspunkte gehen muss. Ein Deja-Vu zum Abschied? Sehr erwünscht!

"Das Spiel ist wichtig und nicht Oliver Glasner", betonte der Österreicher: "Wir haben noch eine entscheidende Mission vor uns. Wir können große Dinge erreichen." Der bevorstehende Abschied des Trainers gebe dem Team einen zusätzlichen "Ruck", sagte Kapitän Sebastian Rode bei Hit Radio FFH, "weil wir mit Oli Unglaubliches erreicht haben. Von daher will jeder einzelne Spieler nicht nur für sich den Titel gewinnen, sondern auch für den Trainer."