Seit den frühen Morgenstunden standen Menschen in Edinburgh an, um einen Blick auf den Sarg der Queen zu erhaschen. Denn der wurde in einer Prozession vom Palace of Holyroodhouse, dem Sitz der britischen Monarchen in Schottland, zur St Giles Cathedral gebracht. Doch die Menschenmassen wurden immer größer, bis die Polizei bereits zu Mittag die Zugänge zur Route durch die Stadt für Neuankömmlige sperren musste.
Die Prozession, die über eine 1.100 Meter lange Strecke führte, begann aber wie geplant zweieinhalb Stunden später. Direkt hinter dem Leichenwagen marschierten die Kinder der Queen: König Charles III. (73), Prinz Andrew (62), Prinz Edward (58), Prinzessin Anne (72) sowie deren Ehemann, Vizeadmiral Sir Tim Laurence (67). Charles' Frau Camilla (75) und andere Royals folgten in Autos dahinter. Nicht mit dabei waren die Königssöhne Prinz William (40) und Prinz Harry (37).
Vor Beginn der Prozession hatte Charles eine Rede im schottischen Parlament gehalten und war vor dem Gebäude spontan an die wartende Menge herangetreten. Dort schüttelte er Hände, nahm Trauerbekundungen und Glückwünsche zu seiner Regentschaft entgegen.
Um 17 Uhr Ortszeit (18 Uhr MEZ) wurde die St Giles Cathedral für 22 Stunden für das Volk geöffnet. Es gab stundenlange Wartezeiten, die Menge der Trauernden erstreckte sich über mehrere Kilometer. Wer in der Schlange stand, bekam ein Armband und musste durch eine Sicherheitskontrolle. Wer es endlich in die Kathedrale geschafft hatte, bekam allerdings nur einen Blick auf den sogenannten Katafalk zu sehen, also das Aufbahrungsgerüst, in dem der Sarg stand. Es war streng verboten, Fotos oder Videos zu machen. Auch durften die Trauernden keine Blumen, Kerzen, Teddybären oder sonstige Gegenstände mitbringen. Um 19.20 Uhr standen König Charles III. und seine Geschwister beim Sarg für eine Totenwache, genannt Vigil of the Princes.