Die extreme Trockenheit bringt die Wasserversorgung in immer mehr Teilen Oberösterreichs ins Wanken. Brunnen fallen trocken, Quellen versiegen – für Hunderte Menschen werden bereits Notlösungen vorbereitet.
Besonders angespannt ist die Lage in einer Gemeinde im Bezirk Perg: Dort sind rund 550 Menschen von der Wasserknappheit betroffen. Zusätzliche Quellen sollen nun so schnell wie möglich an das Versorgungsnetz angeschlossen werden.
Auch andernorts wird es ernst. Im Bezirk Kirchdorf musste für 45 Bewohner bereits eine zusätzliche Quelle zur Notversorgung aktiviert werden. In einer Ortschaft im Stodertal fehlen täglich rund 9.000 Liter Wasser. Für 85 Betroffene wird deshalb eine Versorgung mit Tankfahrzeugen vorbereitet.
Im Bezirk Rohrbach sind rund 100 Menschen betroffen. Vier Quellen liefern mittlerweile so wenig Wasser, dass sich der Hochbehälter nicht einmal in der Nacht vollständig füllt. Verschärft sich die Lage weiter, muss die Feuerwehr Wasser aus Haslach anliefern.
In Grieskirchen stieg der Wasserverbrauch wegen der Trockenheit bereits um mehr als 30 Prozent. Die Stadt reagierte mit einer Wassersparverordnung. Auch aus Wels-Land, dem Innviertel, dem Bezirk Vöcklabruck und dem Salzkammergut werden beinahe trockene Brunnen und erste Engpässe gemeldet.
Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) schlägt Alarm: "Trinkwasser muss jetzt vor allem zum Trinken, Kochen und für die Körperpflege da sein. Ein grüner Rasen ist zweitrangig. 'Einen Pool befüllen' ist aktuell ein absolutes No-Go." Eine leere Quelle lasse sich schließlich nicht einfach wieder aufdrehen.
Die Zahlen zeigen das dramatische Ausmaß: Im Juli fielen bisher nur 38 statt der üblichen 129 Millimeter Regen. 30 Prozent der Grundwassermessstellen weisen bereits sehr niedrige, weitere 60 Prozent niedrige Wasserstände auf. Kaineder fordert Gemeinden und Versorger deshalb auf, Notleitungen und zusätzliche Wasserquellen vorzubereiten: "Sie entscheiden im Ernstfall darüber, ob auch morgen noch sauberes Wasser aus der Leitung kommt."