Medizin-Studenten üben Abtreibungen an Papayas

Hier kommen die Früchte nicht ins Müsli oder Joghurt, sondern werden mit medizinischem Gerät bearbeitet.
Die Debatte um Spätabtreibungen trägt kuriose Früchte. Mitglieder der "Wiener unabhängigen Medizinstudierenden" (WUM) planen einen Workshop, bei dem Abtreibungen anhand von Papayas geübt werden können.

Facebook-Event gelöscht

"In unserem Studium kommt das Thema jedoch wesentlich weniger vor als im derzeitigen öffentlichen Diskurs", begründen die Studenten ihr Vorhaben auf Facebook. Die Veranstaltung ist derzeit verschwunden – das soziale Netzwerk hat sie kommentarlos gelöscht. "Wir wissen nicht, warum", erzählt Markus Seibt von WUM im Gespräch mit "Heute.at".

Er könne sich "entfernt vorstellen", dass das Bild einer Papaya der weiblichen Anatomie zu ähnlich sehe, so Seibt. Denn Anfeindungen von Abtreibungsgegnern habe man "bisher noch nicht" bekommen.

Darum Papayas

Die Ähnlichkeit der Papaya zum weiblichen Unterus wurde zuerst in den USA entdeckt. Dort sowie in Deutschland wurden bereits Workshops angeboten, in denen moderne Methoden zum Schwangerschaftabbruch veranschaulicht werden.

CommentCreated with Sketch.0 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. In Wien ist es am 23. Mai im AKH Hörsaalzentrum soweit, nachdem Seibt ein Video zum Thema auf YouTube gesehen hatte. WUM stemmt die Veranstaltung mit Unterstützung des Gynäkologen Christian Fiala sowie der Berliner "Medical Studends for Choice".

Neben einem Impulsvortrag zur Geschichte und rechtlichen Lage sind Informationen zu medizinischen Grundlagen sowie der "Papaya Workshop" zum Hand anlegen geplant..

"Unser Ziel ist es, allen eine faire Möglichkeit zu bieten sich mit diesem sensiblen Thema auseinander zu setzen und sich selbst eine Meinung zu bilden", so die Studenten. Die Facebook-Veranstaltung ist noch offline, doch Seibt will schon bald eine neue anlegen.

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(lu)

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