10,5 Jahre Haft für IS-Deutschland-Boss Abu Walaa

Der Deutschland-Chef der Terror-Miliz IS Abu Walaa wurde am Mittwoch zu zehneinhalb Jahre Haft verurteilt.
Der Deutschland-Chef der Terror-Miliz IS Abu Walaa wurde am Mittwoch zu zehneinhalb Jahre Haft verurteilt.Julian Stratenschulte / dpa / picturedesk.com
Der Deutschland-Chef der Terror-Miliz IS Abu Walaa wurde am Mittwoch zu zehneinhalb Jahre Haft verurteilt. 

Am Mittwoch hat das Oberlandesgericht Celle hat den mutmaßlichen Deutschland-Chef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Gericht erklärte den 37-jährigen Iraker Abu Walaa wegen Unterstützung und Mitgliedschaft in der Terrororganisation IS für schuldig. Der Hassprediger und sein Netzwerk haben junge Leute in Deutschland - insbesondere im Ruhrgebiet und in Niedersachsen - radikalisiert und dann in die IS-Kampfgebiete geschickt. Zudem erhielten auch drei Mitangeklagte Haftstrafen zwischen vier und acht Jahren.

Auch weitere Islamisten vor Gericht

Abu Walaa war Imam der Moschee des Vereins "Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim", welcher inzwischen verboten wurde. Ein mitangeklagter Deutsch-Serbe, soll seine Wohnung in Dortmund als Gebetszentrum genutzt haben. Außerdem soll er dort zeitweise den Islamisten Anis Amri beherbergt haben - Amiri hatte im Jahr 2016 einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin verübt. Damals kamen dabei zwölf Menschen ums Leben.

Wie berichtet wird, hat sich das Gericht im Rahmen des Prozesses auch mit vielen weiteren Islamisten beschäftigt, welche von Walaa und einem mitangeklagten Mann aus Duisburg im Hinterzimmer von dessen Reisebüro radikalisiert worden sein sollen. Der Duisburger wurde zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Zwei der von ihnen Radikalisierten und Rekrutierten sollen im Irak Selbstmordattentate mit zahlreichen Todesopfern verübt haben.

Geheimer Informant des LKA

Über das Tun der Gruppe rund um Abu Walaa wussten die Sicherheitsbehörden bis zu einem gewissen Grad Bescheid, da "Murat", ein geheimer Informant des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen, der sich auch an die Fersen Amris heftete, regelmäßig in Dortmund dabei war. 

Die deutsche Bundesanwaltschaft stützte sich auch auf Informationen dieses V-Manns, der für den Prozess aber keine Aussagegenehmigung erhielt. Laut den Berichten war ihr Kronzeuge ein junger Mann aus Gelsenkirchen, der als Jugendlicher in islamistische Kreise geriet, sich dann aber vom IS abwandte und mit den Behörden zusammenarbeitete. Allerdings zog die Verteidigung die Glaubwürdigkeit dieses Kronzeugen in Zweifel. Dem V-Mann warf sie vor, selbst zu Anschlägen angestachelt zu haben. Die Anschuldigungen der Anklage hielt die Verteidigung im Großen und Ganzen für nicht nachweisbar.

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