In einer illegalen Mine im südamerikanischen Ecuador sind acht zerstückelte Leichen entdeckt worden. Die Toten wurden in zwei rund zwei Meter tiefen Gräbern gefunden – mit gefesselten Händen und "Verletzungen wie Zerstückelungen und Enthauptungen" durch Machetenhiebe, wie die Polizei in der südlichen Provinz Azuay am Sonntag (Ortszeit) mitteilte. Die Mine hatte keine Betriebserlaubnis. Azuay zählt zu den zehn Provinzen in Ecuador, in denen seit Juni wegen der ausufernden Gewalt der Notstand gilt.
Die Leichen wurden im Bezirk Pucara entdeckt. Dort wird seit einigen Jahren vermehrt illegal Gold und Kupfer abgebaut. Mehrere Bewohner der Gegend hatten ihre Angehörigen als vermisst gemeldet. Laut Polizei ergaben die ersten Untersuchungen, dass die Toten bereits zwei Tage vor ihrem Auffinden verscharrt worden waren. Die Beamten wurden alarmiert, nachdem in der Gegend Schüsse gemeldet worden waren.
Ecuador hat sich in wenigen Jahren von einem der sichersten Länder Südamerikas zu einem Drehkreuz für den Kokainhandel entwickelt. Banden, die mit kolumbianischen und mexikanischen Drogenkartellen zusammenarbeiten, treiben dort ihr Unwesen. Präsident Daniel Noboa hat seit seinem Amtsantritt 2023 dem organisierten Verbrechen den Kampf angesagt und immer wieder den Notstand ausgerufen. Menschenrechtsgruppen prangern jedoch Misshandlungen durch Sicherheitskräfte an.