In Wien hat ein Rechtsanwalt eine Möglichkeit gefunden, sich auf Kosten von Autofahrern eine goldene Nase zu verdienen. In der Franz-Eduard-Matras-Gasse im 22. Bezirk kann einmal Umdrehen nämlich richtig teuer werden - "Heute" berichtete bereits.
Weil man in der Sackgasse nur schwerlich reversieren kann, überlegen viele Autofahrer nicht lange und nutzen den großen und meist leeren Parkplatz zum Umdrehen. Doch das wird teuer. Kleine Täfelchen an einem Baum am Ende der Sackgasse verraten, dass es sich zur Rechten um einen Privatparkplatz handelt. Der Parkplatz wird genau überwacht, das Befahren kostet 360 Euro. In der Gegend kennt man die Falle. Eine Niederösterreicherin musste kürzlich schmerzlich von ihr erfahren.
"Zwei Wochen nachdem ich dort war, kam ein Schreiben. 360 Euro für einen Rechtsanwalt soll man zahlen und Unterlassungserklärung unterschreiben. Am Ende dieser Sackgasse ist keine Firma und gar nichts, das Ganze wurde nur so angelegt, um Leute abzuzocken", ärgert sich die Frau, die nicht das einzige Opfer ist. Denn in die Falle tappen täglich mehrere Autofahrer.
"Die Summe ist ein Witz. Da kann ich irgendwo falsch parken, abgeschleppt werden und es ist billiger. Dass der überhaupt noch schlafen kann", meint die Niederösterreicherin. "Heute" fragte bereits vor einigen Monaten beim ÖAMTC nach, viel kann man gegen die Fallen aber offenbar nicht ausrichten. Der Betrag ist zu bezahlen.
Laut ÖAMTC-Jurist Nikolaus Authried ist diese Vorgehensweise nämlich rechtlich gesehen zulässig, allerdings bei weitem nicht verhältnismäßig. "Die Besitzstörungen werden sicherlich begangen, allerdings sind 360 Euro für einige Sekunden des Wendens sehr hoch angesetzt und nicht nachvollziehbar", so Authried. Auch wenn man Verständnis dafür haben müsse, dass Leute ihren Eigentum schützen wollen, kritisiert er den eingeforderten Betrag.