ACHTUNG: Orte an Donau jetzt Katastrophengebiet!

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner hat am Sonntag den Krisenstab einberufen. Um 17.00 Uhr tagte das Gremium im Innenministerium. Nach dem Starkregen der letzten Tage droht nach unzähligen Überschwemmungen und vorliegenden Prognosen nun ein "außergewöhnliches Hochwasserereignis" an der Donau in Niederösterreich. Melk und St. Valentin stehen bereits unter Wasser! Die Donau-Auen bei Klosterneuburg müssen evakuiert werden.
Nach dem Starkregen der letzten Tage droht nach unzähligen Überschwemmungen und vorliegenden Prognosen nun ein "außergewöhnliches Hochwasserereignis" an der Donau in Niederösterreich. Melk und St. Valentin stehen bereits unter Wasser. Die Donau-Auen bei Klosterneuburg müssen evakuiert werden. Es wurde Katastrophenalarm ausgelöst! Innenministerin Johanna Mikl-Leitner hatte am Sonntagnachmittag den nationalen Krisenstab einberufen.

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Die Gemeinden und Bezirke an der Donau in Niederösterreich sind zum Katastrophengebiet erklärt worden. Diese Entscheidung hat Sonntagabend der Landesführungsstab unter der Leitung von Landesrat Stephan Pernkopf in der Landeswarnzentrale in Tulln getroffen.

Donau-Au bei Klosterneuburg wird geräumt

Die Bezirkshauptmannschaft Wien-Umgebung und die Polizei haben die Bewohner der Siedlungen im Augebiet der Donau in Klosterneuburg und in der Katastralgemeinde Kritzendorf aufgefordert, ihre Objekte zu verlassen und ihre Fahrzeuge zu entfernen. Für Montag und Dienstag werde ein weiterer Anstieg des Pegels des Stroms um etwa eineinhalb Meter erwartet.

In den Siedlungen in Klosterneuburg und Kritzendorf (Strombad) müsse der Strom abgeschaltet werden. Die Räumungen der Objekte sollten so schnell wie möglich durchgeführt werden, so der Aufruf.

Melk steht unter Wasser

In der Altstadt von Melk kam es ebenso zu teilweisen Überflutungen wie in St. Valentin (Bezirk Amstetten). Die Donau bzw. die Enns waren über die Ufer getreten, teilte die Feuerwehr auf Anfrage mit. Evakuierungen mussten vorgenommen werden. Die Hochwasserspitze auf dem Strom werde nun für Dienstagvormittag erwartet, hieß es weiter.

Am späten Sonntagnachmittag 150 Feuerwehren mit etwa 2.000 Mann im Einsatz. Auch ein Erkundungsflug per Hubschrauber - u.a. mit dem für Katastrophenschutz zuständigen Landesrat Pernkopf und Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner an Bord - wurde durchgeführt.

Hält der Damm in der Wachau?

Das Bezirksfeuerwehrkommando Krems hat Sonntagabend darauf hingewiesen, dass trotz des Vollaufbaus der Hochwasserschutzwände in der Wachau ein Wasserübertritt ab Montagmittag "nicht ausgeschlossen werden" könne. Die aktuellen Prognosen wurden gleichzeitig als "immer noch unsicher" bezeichnet.

"Außergewöhnliches Hochwasserereignis"

Die vorliegenden Prognosen würden auf ein "außergewöhnliches Hochwasserereignis" an der Donau hindeuten, teilten die Feuerwehren mit. Alle Schutzanlagen in der Wachau seien in Vollaufbau. Sollte die Gefahr größer werden, werde eine Warnung der Bevölkerung über Rundfunk, Internet "und wenn notwendig auch mit Sirenen erfolgen".

Am Sonntag wurden die für den allgemeinen Verkehr gesperrt.

Bürger sollen alle Fahrzeuge entfernen

Aufgrund des erstmaligen Vollaufbaues des Hochwasserschutzes in den Wachaugemeinden erging seitens der Feuerwehr außerdem der Aufruf an alle Bürger, "ihre Fahrzeuge im Bereich der Donau bzw. bei der Hochwasserschutzwand zu entfernen und sich auch nicht in diesem Gebiet aufzuhalten!"

Bundesregierung machte sich Bild

Am Krisenstab im Innenministerium beteiligten sich neben Mikl-Leitners Ressort das Außenministerium, das Verteidigungsressort, das Umweltministerium und das Bundeskanzleramt. Eingeladen war auch das Bundesfeuerwehrkommando. Es gehe um eine Abstimmung und Koordination der Hilfsmaßnahmen, "wer was tun kann", so Muhr. Mikl-Leitner selbst war am Sonntag in Tirol und Salzburg unterwegs, um sich ein Bild der Lage zu verschaffen.

Faymann: "Helfen mit Katastrophenfonds"

"Die Menschen können sich auf uns verlassen. Wir werden auch diesmal, in enger Abstimmung mit den Ländern, rasch und unbürokratisch mit den Mitteln des Katastrophenfonds helfen", sagte Bundeskanzler Werner Faymann am Sonntag, angesichts der Hochwassersituation in Österreich. "Wir sind in ständigem Kontakt mit den Einsatzkräften des Bundesheeres, der Feuerwehren, der Polizei, aber auch mit betroffenen Bürgermeistern."

Der Bundeskanzler bedankt sich ausdrücklich bei den Einsatzkräften, "die derzeit rund um die Uhr Höchstleistungen erbringen". Ihre professionelle Arbeit zum Schutz der Bevölkerung könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es sei zu hoffen, dass der Hochwasserschutz an der Donau, der in den vergangenen Jahren sukzessive und zügig ausgebaut worden ist, auch diesem außerordentlich starken Hochwasser stand halte.
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