Sensationsfund an der Uni Graz: Seit 1902 schlummerte ein uralter Papyrus im Archiv der Universitätsbibliothek. Nun entdeckte Restauratorin Theresa Zammit Lupi Spuren einer Buchbindung am griechischen Text aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. Das Fragment war 1902 in der Umhüllung einer Mumie gefunden worden. Es ist somit rund 400 Jahre älter als die bislang bekannten ersten Bücher der Welt. Der Fund wird die davor wissenschaftlich akzeptierte Timeline der Buchgeschichte vermutlich vorne verschieben.
In einer Pressekonferenz erklärte die Forscherin kürzlich, wie sie am 11. Mai die sensationelle Entdeckung machte. Routinemäßig überprüfte sie das Papyrus, weil die Dokumente an einen neuen Ort umgesiedelt werden sollen. Dabei entdeckte Zammit Lupi plötzlich Reste von Fäden an der Hinterseite des Blattes.
Außerdem fiel ihr in der Mitte des Papyrus ein Falz auf, rechts und links regelmäßige Einstiche. Außerdem fiel ihr auf, dass eine markante Verfärbung an den Rändern des Papyrus links und rechts symmetrisch ist. Das deutet darauf hin, dass der Schaden entstand, als das Blatt gefaltet war. Der Text ist übrigens in griechischer Sprache verfasst und ist laut "Standard" im Wesentlichen ein Steuerdokument für Öl und Bier – und war Teil eines Notizbuchs. Erst später wurde der Papyrus zum Einpacken einer Mumie verwendet.