In deutschen Amtsstuben weht ein frischer Wind. Statt auf Microsoft zu setzen, sollen Behörden künftig mit der hauseigenen Open-Source-Suite OpenDesk arbeiten. Nun bekommt das System einen massiven Funktionsschub.
Auf der Smart Country Convention in Berlin zeigt das Zentrum für digitale Souveränität (Zendis) erstmals neue Features für das Behörden-Office. Herzstück ist eine agentische KI, die eigenständig komplexe Aufgaben bearbeiten kann.
Wie heise online meldet, demonstriert das Zendis auch einen sogenannten Air-Gap-Modus. Dabei laufen die IT-Systeme komplett vom Internet getrennt - wichtig für Hochsicherheitsbereiche. Die Suite funktioniert auch offline mit vollem Funktionsumfang.
OpenDesk ist im Oktober 2024 gestartet und bündelt verschiedene Open-Source-Programme aus Deutschland und Europa. Laut Zendis arbeiten derzeit rund 100.000 Verwaltungsarbeitsplätze mit dem System.
Das 2022 von der Bundesregierung gegründete Zentrum sitzt in Bochum und agiert als GmbH im Besitz des Bundes. Ziel der Organisation ist es, IT-Abhängigkeiten des Staates von einzelner proprietärer Software wie Microsoft schrittweise abzubauen.
Besonders der Offline-Modus könnte im Ernstfall entscheidend sein. Das Zendis betont, dass diese Unabhängigkeit vom Internet auch bei großflächigen Infrastrukturausfällen die digitale Kommunikation von Behörden aufrechterhalten kann.