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Ärger bei Rapid! Fans brechen mit Klub-Spitze

Bei Rapid hängt zum Saisonende der Haussegen schief. Die Fans wenden sich mit Transparenten gegen die eigene Klubführung.

Sebastian Klein
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Rapid-Fans des Block West wenden sich mit Plakaten gegen die Klubführung.
Rapid-Fans des Block West wenden sich mit Plakaten gegen die Klubführung.
Initiative SCR Facebook

Rapid gewann am Sonntag im Rückspiel des Play-off-Finales der Bundesliga gegen Wattens mit 2:0, entschied das Duell um das letzte Europacup-Ticket gesamt mit 4:1 für sich. Damit steigen die Hütteldorfer kommende Saison in der zweiten Runde der Conference-League-Qualifikation ein.

Dennoch war vielen der 10.400 Fans im letzten Heimspiel im Allianz Stadion nicht zum Feiern zumute. Mit mehreren Transparenten brachten die Ultras im Block West ihren Unmut zum Ausdruck.

Brisant: Dabei wendeten sie sich ungewohnt deutlich gegen die eigene Klub-Führung. Kritisiert wird der eingeschlagene sportliche Weg. Die Fans sprechen von "leeren Versprechungen und Schönrederei". Die harte Botschaft: "Eure Zeit ist bald vorbei".

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    Die turbulente Rapid-Saison 2021/22 zum Durchklicken
    Die turbulente Rapid-Saison 2021/22 zum Durchklicken
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    Kader bröckelt

    Für das 2019 gewählte Präsidium rund um Boss Martin Bruckner endet die Spielzeit also trotz erfolgreicher Europacup-Qualifikation ungemütlich. Platz fünf in der Meistergruppe entsprach nicht den eigenen Ansprüchen. Leistungsträger wie Ercan Kara und Taxi Fountas wurden ziehen gelassen, nicht adäquat ersetzt. Filip Stojkovic nach seinem Streik im Play-off vorzeitig fristlos entlassen. Im Saisonfinish fehlten zudem viele Spieler verletzt. Rapid agierte teils mit einem Rumpfteam, das zu großen Teilen aus hochgezogenen Amateuren bestand. Spieler wie Stürmer Bernhard Zimmermann nützten die Chance - er kam aus dem Nichts, war in den letzten Wochen Stammspieler.

    Im Sommer enden nun zahlreiche weitere Verträge. Sportboss Zoran Barisic kündigte bereits einen "großen Umbruch" an. 

    Bedenkt man, dass mit Marco Grüll und Robert Ljubicic heuer zwei Gratis-Transfers aus dem vergangenen Sommer das Herzstück der Mannschaft bildeten, nun ebenfalls abwandern könnten, setzt sich diesbezüglich eher ein Trend fort. Grüll wird mit einem Wechsel ins Ausland in Verbindung gebracht, Ljubicic soll schon unmittelbar vor dem Transfer zu Dinamo Zagreb stehen.

    Fans gegen Klub-Führung

    Leistungsspieler gehen. Junge Spieler rücken nach. Für die Ultras Grund zur Sorge: "Voller Fokus auf den Sport. Sonst seid ihr demnächst alle fort." Keine Namen und Gesichter - aber eine klare Botschaft, die sich wohl an Bruckner und dessen Team sowie die Geschäftsführer Christoph Peschek (Wirtschaft) und Barisic (Sport) richten dürfte.

    "Top 5 in Österreich statt Top 50 in Europa - ned schlecht, Herr Specht", sticheln die Anhänger weiter. Dabei spielen sie auf eine Ankündigung von Bruckner-Vorgänger Michael Krammer an. Dieser hatte 2013 getönt: Bis 2019 soll der Sprung in die Top 50 Europas klappen. Aktuell ist Rapid in der UEFA-Wertung 96.

    Bruckner war in der Amtszeit von Krammer bereits in dessen Präsidium tätig, kündigte rund um seine eigene Wahl an, den Weg seines Vorgängers fortzusetzen. 

    Der Weg wird von den eigenen Fans längst kritisch hinterfragt. Dabei geht es nicht nur um die Transferpolitik. Ein weiteres Transparent prangert an: "Den Trainingsstart nach hinten datiert, so wird der Stillstand von oberster Stelle forciert."

    Und: "Anstatt Karten zu spendieren, solltet ihr sportliche Erfolge forcieren"

    Druck auf Barisic und Co. steigt

    Die Botschaft hinter allen am Sonntag gezeigten Plakaten ist klar. Die Rapid-Fans fordern sportlichen Fortschritt. Sie wollen nicht mehr länger vertröstet werden. Mit den Nebensätzen "sonst seid ihr demnächst alle fort" und "eure Zeit ist bald vorbei" erhöhen sie den Druck auf die handelnden Personen deutlich.

    Allen voran ist nun Barisic gefordert. Auch sein Trainer, Ferdinand Feldhofer, hat jüngst in Interviews den Wunsch geäußert, möglichst bald das Grundgerüst seines künftigen Kaders zur Verfügung zu haben. Denn, Stand jetzt, ist der Kader noch eine große Baustelle. Neben den bekannten Neuzugängen Roman Kerschbaum (Admira), Patrick Greil (Klagenfurt) und Nicolas Kühn (Bayern Amateuren) geistern mögliche Wunschspieler durch die Medien. Der spektakulärste Name: Guido Burgstaller. Der ehemalige Teamstürmer könnte nach Hütteldorf zurückkehren. Barisic hat das Interesse bestätigt. Der ehemalige Fan-Liebling könnte zumindest einige der Wogen glätten ...

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      Hier marschieren die Rapid-Fans durch Favoriten zur Generali-Arena.
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