In den Morgenstunden kommt es in St. Pölten immer wieder zu kleineren Staus. Einen der Auslöser will ein Vater, der seinen Sohn jeden Tag in eine Schule in der Innenstadt mit dem Auto fährt, jetzt gefunden haben. Die Müllabfuhr soll Mitschuld sein, ärgert sich der Mann in einen Schreiben an "Heute".
"Als ob nicht schon genug Stau in der Früh wäre, auch natürlich in der Renner Promenade durch die Busse verursacht, fährt auch noch in regelmäßigen Abständen der Müllwagen und die Angestellten leeren seelenruhig die Mülltonnen aus. Ist ja schön und gut – und natürlich auch wichtig – aber meine Frage ist: warum muss der Müllwagen genau um 7:20 zur Hauptstoßzeit in St. Pölten", fragt der Vater.
Er fordert, dass die Müllabfuhr einfach eine halbe Stunde früher oder auch eine halbe Stunde später fahren könnte, wenn sich "alle bereits in der Arbeit befinden". "Ich finde das sehr ärgerlich und verursacht unnötigen Stress bzw. Druck und vor allem eins: Ärger!", meint er.
Bei der Stadt kann man das Problem nicht wirklich nachvollziehen und spricht in einer Stellungnahme von einer notwendigen Dienstleistung. "Dort wo Müll produziert wird, muss und soll dieser ja auch abgeholt werden. Ein Problem wäre es vermutlich, wenn der Müll nicht mehr abgeholt würde", sagt Rathaussprecher Thomas Kainz. Er bittet um Verständnis für kleine Verzögerungen und weist daraufhin, dass die Müllabfuhr "nicht ausgerechnet oder absichtlich zu den Stoßzeiten unterwegs ist, sondern je nach Strecke den ganzen Tag über."
Auch die "Seelenruhe" der Mitarbeiter verteidigt Kainz. Zumal diese zuletzt bei über 30 Grad den ganzen Tag körperliche Arbeit verrichten mussten. Anita Kraftl von der städtischen Abfallwirtschaft erklärt im Detail: „Die Abfallwirtschaft der Stadt St. Pölten ist natürlich sehr bemüht, neuralgische Punkte, wie Schulen, zu Stoßzeiten zu meiden. Aufgrund diverser Baustellen udgl. ist das in letzter Zeit etwas erschwert. Auch gibt es Tourenpläne, die nicht beliebig abgeändert werden können, da sie möglichst effizient bewältigt werden sollen."
"Jedoch möchten wir auch darauf hinweisen, dass es viele Schulen in St. Pölten gibt und auch viele Arbeitsstätten. Zwischen 7 und 8 Uhr möchte niemand die Müllabfuhr vor sich haben, genauso wenig wie um die Mittagszeit und auch nicht zwischen 16 und 17 Uhr. Da jedoch alle ihre Müllbehälter regelmäßig entleert haben möchten, lässt es sich leider nicht vermeiden, dass man in regelmäßigen Abständen die Müllabfuhr irgendwo im Stadtgebiet vor sich hat", sagt Kraftl weiter.