Niederösterreich

Ärger und Beschwerden nach Flugshow über St. Pölten

Am Wochenende dröhnten über St. Pöltens Luft die Motoren, am Montag kamen daher einige Beschwerden. 
29.08.2023, 18:37
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Am vergangenen Wochenende ging es rund am Flugplatz in Völtendorf: An zwei Tagen bestaunten eine große Besucherschar viele exotische Fluggeräte. Vom größten einmotorigen Doppeldecker der Welt bis hin zu unterschiedlichen Flugzeugen und Hubschraubern war alles dabei, Kunstflüge und Gästeflüge inklusive.

"Wer genehmigt sowas?"

Auch in der Landeshauptstadt ging es rund, aber etwas anders als von den Veranstaltern intendiert. "Über 300 Flugbewegungen über St. Pölten zählten wir am Wochenende", ärgert sich Gisela M. und ihre Nachbarn. "Das war nicht auszuhalten. Wer genehmigt so etwas?" Vor allem das "Geknatter der tieffliegenden Hubschrauber" mit denen Fluggästen die Stadt aus der Luft gezeigt wurden, seien nervtötend gewesen. "Ich frage mich, warum man über einer dichtbesiedelten Stadt wie St. Pölten fliegen muss", so ein St. Pöltner Innenstadtbewohner. "Gerade in Zeiten, in denen Klimaschutz ein Gebot der Stunde ist, sind solche Veranstaltungen kontraproduktiv", ergänzt Gisela M.

Am Montag nach der Veranstaltung seien auch beim Magistrat St. Pölten Beschwerden von erbosten Bürgern eingetroffen. Allerdings: Für die Veranstaltung lag eine Genehmigung der Landesbehörde vor.

Auch Hermann Weirer, Obmann des Flugplatz Völtendorf seit 10 Jahren, wurde mit Beschwerden konfrontiert, wie er bestätigt. Man habe in etwa 450 Flugbewegungen durchgeführt. "Aber nur ganz wenige über der Landeshauptstadt". 5.000 Besucher zählte man in etwa an beiden Veranstaltungstagen. "Die Stunts über dem Flugplatz waren für die Besucher beeindruckend", so Weirer, selbst schon Pilot seit 25 Jahren.

"Grundsätzlich gibt es sämtliche Genehmigungen für den Flugplatz", so Bezirkshauptmann Josef Kronister. "Die Gesamtanzahl der Luftbewegungen während des Jahres sind überschaubar". Beschwerden werden ernst genommen und man würde sich ansehen, ob die Veranstalter die Auflagen erfüllt hätten. In der Vergangenheit habe es allerdings keine Beschwerden gegeben.

Es gebe die Freiheit des Luftraums, daher sei es möglich, die Flugrouten frei zu wählen. Voraussetzung ist die Einhaltung sämtlicher Aufflagen des Luftfahrtgesetzes, heißt es seitens der Landesverwaltung. Aber: Man registriere zunehmende härter werdende Interessenskonflikte und das Ruhebedürfnis der Bürger, das gerade am Wochenende steige.

"Das nächste Flugplatzfest werden wir sicher nicht im nächsten Jahr durchführen", beruhigt Obmann Weirer, "vielleicht in zwei oder drei Jahren". Auflagen und Kosten seien nämlich sehr hoch.

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